Karte Syrien mit Latakia

Russischer Armeejet in Syrien Vom Radar verschwunden

Stand: 18.09.2018 10:41 Uhr

Ein russisches Aufklärungsflugzeug ist über der syrischen Küste verschwunden. Laut Verteidigungsministerium wurde es versehentlich von der syrischen Armee abgeschossen - schuld daran sei aber Israel.

Inmitten nächtlicher Luftangriffe auf Syrien ist ein russisches Militärflugzeug über dem Mittelmeer verschwunden. Das Aufklärungsflugzeug Il-20 ist nach Angaben des russischen Militärs versehentlich von der syrischen Luftabwehr über dem Mittelmeer abgeschossen worden. Das sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

General Igor Konaschenkow machte allerdings Israel für den Fehltreffer verantwortlich: Dessen Kampfjets F-16 hätten sich bei einem Angriff auf Ziele in Syrien hinter dem russischen Flugzeug versteckt. Über eine Militäroperation in der Region habe Israel Russland erst eine Minute vor Beginn informiert. Die Zeit habe nicht ausgereicht, damit sich das Flugzeug in Sicherheit bringen konnte. Russland behalte sich Schritte gegen Israel vor, sagte er der Agentur Tass zufolge.

Das Flugzeug befand sich laut Verteidigungsministerium auf dem Rückflug zur russischen Militärbasis Hamaimim an der Küste bei der Provinzhauptstadt Latakia. Konaschenkow sprach von 15 getöteten Soldaten.

Russische Kampfjets auf der syrischen Luftwaffenbasis Latakia (Archivbild) | Bildquelle: AP
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Russische Kampfjets auf der syrischen Luftwaffenbasis Latakia (Archivbild)

Nicht zu orten

Das russische Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20 sei bereits am späten Montagabend nicht mehr zu orten gewesen, teilte das Militär in Moskau mit. Zu der Zeit hätten israelische Kampfjets des Typs F-16 Ziele in der syrischen Küstenprovinz Latakia angegriffen, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums. Eine französische Fregatte habe zur gleichen Zeit Raketen abgefeuert. "Wir schließen jede Beteiligung aus", sagte aber ein französischer Militärsprecher.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Israel äußert sich nicht

Aktivisten zufolge kamen bei dem Raketenangriff auf ein Waffenlager in Latakia mindestens zwei Soldaten ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging davon aus, dass Israel für den Angriff verantwortlich ist. Aktivisten in der Gegend berichteten, die Raketen seien aus Richtung des Mittelmeers gekommen.

Die israelische Armee äußerte sich nicht dazu. "Wir kommentieren keine Berichte in ausländischen Medien", sagte eine Sprecherin.

Israel hat in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien angegriffen, wenn es dort Raketen- oder Waffenlager seines Erzfeindes Iran vermutete. Wie Russland und die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützt auch der Iran in Syrien die Führung von Präsident Baschar al-Assad.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 18. September 2018 um 08:00 Uhr.

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