Ein Vergnügungspark in Camden im Südwesten Sydneys ist von den Fluten überschwemmt. | dpa

Unwetter in Australien Tausende müssen Häuser in Sydney verlassen

Stand: 03.07.2022 09:06 Uhr

In der Region um Sydney ist im Juli bereits viermal soviel Regen gefallen wie üblich. Tausende Einwohner wurden aufgefordert die Stadt zu verlassen. Tiefer gelegene Bereiche stehen gut 1,50 Meter unter Wasser. Ein Staudamm ist übergelaufen.

Tausende Einwohner in Sydney sind wegen sintflutartiger Regenfälle und heftiger Stürme aufgefordert, die Region zu verlassen. "Wir sehen uns jetzt Gefahren an mehreren Fronten gegenüber - Sturzfluten, Überschwemmungen in den Flüssen und Küstenerosion", sagte die Ministerin für Katastrophenschutz des Bundesstaates New South Wales, Steph Cooke, in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Sie rief die Menschen dazu auf, ihre Urlaubsreisen zu den jetzt beginnenden Schulferien zu überdenken. "Dies ist eine lebensbedrohliche Notsituation." In vielen Gebieten seien mehr als 200 Millimeter Regen gefallen, in einigen sogar bis zu 350 mm, so der Wetterdienst. Tiefer gelegene Bereiche im Südwesten von Sydney stehen gut 1,50 Meter unter Wasser, wie Fotos zeigen.

Staudamm übergelaufen

Nach Medienberichten fiel im Bereich von Sydney bereits jetzt viermal so viel Regen wie sonst im gesamten Monat Juli. Die starken Regenfälle ließen auch einen Staudamm im Südwesten Sydneys über Nacht überlaufen. "Es gibt keinen Platz für das Wasser in den Dämmen. Sie beginnen überzulaufen. Die Flüsse fließen sehr schnell und sind sehr gefährlich. Außerdem besteht die Gefahr von Sturzfluten, je nachdem, wo es regnet", sagte Carlene York, Leiterin des staatlichen Katastrophenschutzes.

Der Meteorologe Jonathan How sagte dem Sender ABC, in Menangle, etwa 70 Kilometer südwestlich von Sydney, habe der Pegel des Flusses bereits einen Stand von 16,5 Meter erreicht, nur knapp unter der Rekordmarke von 16,8 Meter aus dem April 2022.

Soldaten im Einsatz

In den vergangenen Tagen wurden 29 Menschen aus den Fluten gerettet. Die australische Regierung stellte dem Bundesstaat 100 Soldaten und zwei Hubschrauber zur Verfügung, um bei eventuellen Rettungsaktionen zu helfen, sagte Verteidigungsminister Richard Marles auf Sky News.

Die Niederschläge dürften sich in den nächsten Tagen noch verstärken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Juli 2022 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.