San Suu Kyi | Bildquelle: LYNN BO BO/EPA-EFE/REX/Shutterst

Suu Kyi verliert Ehrentitel "Nicht länger ein Symbol der Hoffnung"

Stand: 13.11.2018 07:51 Uhr

"Botschafterin des Gewissens" - diesen Ehrentitel von Amnesty International durfte Myanmars De-facto-Regierungschefin Suu Kyi lange tragen. Nun entzog ihr Amnesty den Titel und erhob schwere Vorwürfe.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Myanmars Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ihre wichtigste Auszeichnung wieder entzogen. Die 73-Jährige verlor damit das Recht, sich weiterhin als "Botschafterin des Gewissens" zu bezeichnen. Die Menschenrechtler begründeten dies damit, dass Suu Kyi als Regierungschefin ihres südostasiatischen Heimatlands die eigenen Werte von früher "in beschämender Weise verraten" habe.

Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo warf ihr in einem Brief vor, gegenüber Gräueltaten des Militärs gleichgültig zu sein und auch die Meinungsfreiheit nicht ausreichend zu schützen. Amnesty habe eigentlich erwartet, dass Suu Kyi ihre "moralische Autorität" nutze, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: "Heute sind wir zutiefst bestürzt, dass Sie nicht länger ein Symbol der Hoffnung, des Mutes und der unermüdlichen Verteidigung der Menschenrechte sind."

Aung San Suu Kyi | Bildquelle: REUTERS
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Einst war Suu Kyi für Menschen weltweit eine Hoffnungsträgerin - diese Zeiten sind vorbei.

An der Seite der Militärs

Suu Kyi hatte den Preis 2009 bekommen, als sie noch unter Hausarrest stand. Inzwischen führt sie in Myanmar (ehemals: Birma) mit dem Titel einer "Staatsrätin" die Regierung. An ihr ist auch das Militär, das sie einst verfolgen ließ, mit mehreren Ministern beteiligt.

Die einstige Oppositionsführerin steht wegen der brutalen Vertreibung von Hunderttausender Muslime der Volksgruppe der Rohingya seit mehr als einem Jahr massiv in der Kritik. Die Vereinten Nationen sprechen von Völkermord. Suu Kyi vertedigte dagegen mehrfach das Vorgehen gegen die Rohingya.

Immer wieder gibt es auch Forderungen, Suu Kyi den Friedensnobelpreis wieder abzuerkennen. Dies ist nach Angaben des Nobelpreis-Komitees aber unmöglich.

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. November 2018 um 05:30 Uhr.

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