Gegner der Präsidentin fordern ihre Absetzung. | Bildquelle: REUTERS

Südkorea Proteste für und gegen die Präsidentin

Stand: 25.02.2017 16:38 Uhr

In Südkorea haben Hunderttausende für und gegen eine Amtsenthebung der Präsidentin demonstriert. Die Befürworter einer Absetzung forderten zudem Maßnahmen gegen Korruption. Ein Urteil zur Amtsenthebung wird in den nächsten Tagen erwartet.

In Südkorea sind wegen des Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Park Guen Hye Hunderttausende zum Protest auf die Straße gegangen.

Die Befürworter ihrer Absetzung forderten zudem weitere Maßnahmen gegen korrupte Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft. "Nehmt noch weitere Magnaten fest", riefen die Demonstranten mit Blick auf die jüngste Festnahme des Erben und inoffiziellen Chefs des Samsung-Konzerns, Lee Jae Yong. Dieser war wegen Vorwürfen im Korruptionsskandal um Park inhaftiert worden. Die als Chaebols bekannten Familienunternehmen sollen Millionen Dollar in zwei dubiose Stiftungen geschleust haben, die von Parks langjähriger Vertrauter Choi Soon Sil kontrolliert wurden.

Nicht weit von den Anti-Park-Protesten gingen Anhänger der Präsidentin auf die Straße. Die überwiegend älteren Protestteilnehmer schwenkten Flaggen und skandierten, das Verfassungsgericht solle die Amtsenthebung für nichtig erklären.

Anhänger der Präsidentin in Seoul | Bildquelle: AP
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Viele Ältere demonstrierten für den Verbleib der Präsidentin im Amt.

Die Gegner der Präsidentin sprachen von einer Million Protestteilnehmern. Die Anhänger Parks erklärten, zu ihrer Demonstration seien drei Millionen Menschen gekommen. Die Polizei gab keine Zahl an, ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP schätzte die Zahl auf etwa 100.000 auf jeder Seite. 17.000 Polizisten waren im Einsatz.

Urteil über Absetzung bis Mitte März

Im Oktober wurde die Korruptionsaffäre um Park und ihre Partei bekannt. Das Parlament stimmte im Dezember für ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie. Park verlor damit zwar umgehend ihre Amtsvollmachten, behielt aber den Titel als Staatschefin und bleibt im Präsidentenpalast, bis das Verfassungsgericht über die Amtsenthebung entschieden hat.

Am Montag steht dort die letzte Anhörung in dem Fall an. Ein Urteil wird vor dem 13. März erwartet. Sollte die Amtsenthebung bestätigt werden, muss Park umgehend abtreten, binnen 60 Tagen müssen Neuwahlen stattfinden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Februar 2017 um 17:00 Uhr

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