Südkoreas Präsidentin Park | Bildquelle: REUTERS

Parlament für Amtsenthebung Südkoreas Präsidentin Park entmachtet

Stand: 09.12.2016 08:34 Uhr

Das südkoreanische Parlament hat für die Absetzung der umstrittenen Präsidentin Park Geun Hye gestimmt. Damit werden der Präsidentin, die in eine Korruptionsaffäre verstrickt ist, die Amtsvollmachten entzogen. Das Verfassungsgericht muss dem Antrag noch zustimmen.

Knapp ein Jahr vor der geplanten Präsidentenwahl in Südkorea hat das Parlament die politisch angeschlagene Staatschefin Park Geun Hye vorläufig entmachtet. Der Antrag der Opposition auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park wurde mit der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit angenommen, wie südkoreanische TV-Sender berichteten.

Korruptionsskandal

Anlass für den Antrag ist ein Korruptionsskandal um eine Freundin der Präsidentin. Park wird vorgeworfen, ihrer Vertrauten Choi Soon Sil die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben. Auch soll Choi dank ihrer Beziehung zu Park Sponsorengelder für zwei Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert haben. Park wird der Mittäterschaft beschuldigt, weist die Vorwürfe aber zurück. 

Während der Abstimmung versammelten sich Hunderte Demonstranten vor dem Gebäude der Nationalversammlung in Seoul.

Park entschuldigt sich für Chaos

In einer Fernseherklärung entschuldigte sich Park erneut beim Volk. Es tue ihr sehr Leid, dass sie mit ihrer "Nachlässigkeit" solch ein "nationales Chaos verursacht" habe. Dabei habe das Land drängende Probleme zu lösen, von der Wirtschaft bis zur nationalen Verteidigung, sagte sie und forderte die Regierung dazu auf, an dieser Stelle wachsam zu sein.

Über dieses Thema berichteten die tagesschau am 09. Dezember 2016 um 09:00 Uhr und tagesschau24 um 09:15 Uhr.

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