Eine Frau geht an einem geschlossenem Geschäft vorbei | Bildquelle: AP

Anstieg von Neuinfektionen Südkorea macht einen Schritt zurück

Stand: 28.05.2020 15:00 Uhr

Museen, Parks und Theater werden in Seoul für zwei Wochen wieder geschlossen. Denn: In Südkorea steigen die Infektionszahlen wieder. Die Regierung will eine zweite Corona-Welle auf jeden Fall verhindern.

Südkorea verschärft die Beschränkungen für die Menschen in der Millionenmetropole Seoul und Umgebung wieder. Damit reagiert die Regierung auf den deutlichen Anstieg von Infektionsfällen mit dem Coronavirus.

Mit sofortiger Gültigkeit würden bis zum 14. Juni öffentliche Einrichtungen einschließlich Museen, Kunstgalerien, Parks, Theater sowie Mehrzweckhallen im Großraum Seoul wieder geschlossen, teilte Gesundheitsminister Park Neung Hoo nach einem Krisentreffen unter Vorsitz von Ministerpräsident Chung Sye Kyun mit. "Die nächsten zwei Wochen sind kritisch", betonte er.

Die Einwohner wurden erneut aufgerufen, auf Restaurant- oder Barbesuche zu verzichten und größere Menschenansammlungen zu meiden. Am Zeitplan für die schrittweise Öffnung der Schulen wird festgehalten.

4000 getestet, 80 infiziert

Südkorea hatte die landesweiten Maßnahmen für eine Beschränkung sozialer Kontakte bereits schrittweise wieder gelockert. Aber die Behörden wurden durch eine neue lokale Häufung von Infektionen alarmiert.

Dieses Mal wurde der Anstieg in einem Waren-Verteilzentrum in der Seouler Vorstadt Bucheon registriert. Dort wurden mehr als 80 Fälle unter Beschäftigten und Kontaktpersonen bestätigt, mehr als 4000 Menschen wurden getestet.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Ausbruch bereits auf die Bevölkerung übergesprungen sei, so der Gesundheitsminister. Er rief die Menschen auf, in den nächsten zwei Wochen möglichst Versammlungen zu vermeiden.

Blick auf das Warenhaus Coupang in Bucheon (Südkorea) | Bildquelle: REUTERS
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Starker Anstieg von Infektionen: Mindestens 82 Ansteckungen konnten dem Warenhaus des Onlinehändlers Coupang in der Seouler Vorstadt Bucheon zugeordnet werden.

Höchster Anstieg seit zwei Monaten

In Seoul hatte in diesem Monat bereits eine Häufung von Ansteckungen unter Clubbesuchern die Furcht vor einer neuen Welle von Masseninfektionen ausgelöst. Im Großraum von Seoul lebt etwa die Hälfte der 51,6 Millionen Einwohner des Landes.

Die Gesundheitsbehörden hatten zuvor mitgeteilt, dass am Vortag landesweit 79 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 erfasst worden seien. Das war der höchste Anstieg seit fast zwei Monaten. Die Gesamtzahl kletterte auf 11.344.

Regierung warnt vor zweiter Welle

Südkoreas Präsident Moon Jae-In, dessen Regierung für den Umgang mit dem Coronavirus bisher gelobt wurde, hatte seine Landsleute bereits zuvor ermahnt, wachsam zu bleiben:

"Es wird lange dauern, bis der Coronaausbruch endgültig vorbei ist. Wir sollten uns auch auf eine zweite Welle der Pandemie einstellen, die bereits viele Experten voraussagen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Mai 2020 um 12:43 Uhr.

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