Bei einem Einsatz in Kapstadt ist die Polizei hart gegen Migranten vorgegangen. | Bildquelle: AFP

Südafrika Harter Einsatz gegen Migranten in Kapstadt

Stand: 30.10.2019 15:32 Uhr

Drei Wochen lang hatten Migranten vor einem UN-Büro in Kapstadt protestiert. Nun wurde das Camp von der Polizei aufgelöst. Sie setzte unter anderem Wasserwerfer und Gummigeschosse ein. Etwa 100 Menschen wurden verhaftet.

In Kapstadt ist es am Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Migranten und der Polizei gekommen, als eine Sitzblockade vor einem Büro der Vereinten Nationen eskalierte. Die Sicherheitskräfte vertrieben mehrere Hundert Migranten vor dem Haus des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mithilfe von Wasserwerfern.

Zahlreiche Ausländer wurden vor laufenden Kameras in Polizeitransportern weggefahren. Eine Polizeisprecherin bestätigte die Festnahme von mindestens 100 Demonstranten. "Das war wie eine Armee, die anrückte", sagte der Menschenrechtsaktivist Zakie Ahmad, der sich als Augenzeuge im TV-Sender eNCA äußerte. Die Polizisten hätten Gummigeschosse und Blendgranaten in die Menge gefeuert.

Die Migranten, darunter viele Frauen und Kinder, hatten seit drei Wochen vor dem UN-Büro kampiert. Aus Angst um ihre Sicherheit hatten sie von den Vereinten Nationen sicheres Geleit aus Südafrika gefordert.

Unter den Migranten waren auch zahlreiche Frauen und Kinder. | Bildquelle: AFP
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Unter den Migranten waren auch zahlreiche Frauen und Kinder.

Tödliche Übergriffe im September

Anfang September waren bei gewalttätigen Übergriffen und Plünderungen in Johannesburg und Pretoria zwölf Menschen getötet worden. Die Gewalt richtete sich vor allem gegen Migranten aus anderen Ländern des Kontinents. Viele von ihnen leben in Südafrika, weil sie auf der Flucht sind, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Gültige Aufenthaltsgenehmigungen sind nur schwer zu bekommen. Viele der Ausländer sind daher illegal im Land. In der Vergangenheit wurden Einwanderer aus Nachbarländern wiederholt für die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht. Sie liegt derzeit bei etwa 29 Prozent.

Finanzminister Tito Mboweni sagte heute im Parlament, dass die Wirtschaft nicht stark genug wachse. Er forderte zugleich einen neuen Schwung beim Kampf gegen die Ausländerfeindlichkeit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2019 um 22:00 Uhr.

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