Ein Mann in Nigeria trägt ein Plakat mit der Aufschrift "Stopp die Fremdendeindlichkeit". | Bildquelle: AFP

Tote bei Ausschreitungen Nachbarstaaten kritisieren Südafrika

Stand: 05.09.2019 21:20 Uhr

Zehn Menschen sind in den vergangenen Tagen bei Ausschreitungen in Südafrika ums Leben gekommen. Ziel der Attacken waren oft Migranten und deren Geschäfte. Die Kritik aus anderen Staaten Afrikas wächst.

Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in mehreren Städten Südafrikas haben zunehmend auch Folgen für das Verhältnis zu anderen afrikanischen Ländern. Aus Angst vor Rache-Angriffen schloss Südafrika seine diplomatischen Vertretungen in Nigeria.

Sambia und Madagaskar sagten Freundschaftsspiele ihrer Fußball-Nationalmannschaften in Südafrika ab. Auch die Absage des ruandischen Präsidenten Paul Kagame, der zu einem Besuch in Südafrika erwartet worden war, wird als Reaktion auf die Gewalt gewertet.

Mindestens zehn Tote in Johannesburg und Pretoria

Auslöser waren Übergriffe in Johannesburg und Pretoria, deren Ziel häufig offenbar gezielt Migranten aus anderen Ländern Afrikas waren. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa verurteilte die Gewalt scharf. Nach seinen Angaben kamen mindestens zehn Menschen ums Leben, zwei seien Ausländer gewesen. Ihre Nationalität nannte er nicht.

Südafrika ist ein wichtiges Ziel für afrikanische Einwanderer auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen. Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft zieht nicht nur Menschen aus Nachbarländern wie Lesotho, Mosambik und Simbabwe an, sondern auch aus weiter entfernten Regionen, darunter Nigeria und Südasien. 

Zerstörtes Geschäft in Johannesburg | Bildquelle: AFP
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Etliche Geschäfte - wie hier in Johannesburg - wurden bei den Krawallen zerstört. Viel davon gehörten Migranten aus anderen afrikanischen Ländern.

Radiosender spielt keine Musik aus Südafrika mehr

Der Eigentümer einer nigerianischen Fluglinie bot seinen Landsleuten in Südafrika kostenlose Flüge in die Heimat an. Ein beliebter sambischer Radiosender kündigte an, bis auf weiteres keine Musik von südafrikanischen Künstlern zu spielen. Alle afrikanischen Länder hätten die Südafrikaner unterstützt, so lange sie das brauchten, erklärte der Sender auf seiner Facebook-Seite in Anspielung auf die Apartheid-Zeit. Afrika sei eine Einheit, und bis die Südafrikaner diese Einheit wieder annähmen, stehe der Sender zu den Afrikanern, die in Südafrika angegriffen würden.

Die Ausschreitungen in Südafrika führten in mehreren anderen Ländern zu wütenden Demonstrationen. In Nigerias Hauptstadt Abuja wurden Geschäfte südafrikanischer Unternehmen attackiert. Auch in der Demokratischen Republik Kongo kam es zu Übergriffen auf südafrikanische Einrichtungen und Geschäfte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2019 um 22:00 Uhr.

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