Ein Feuer brennt am Rande der Proteste in Atbara | Bildquelle: REUTERS

Sudan Tote bei Protesten gegen Wirtschaftskrise

Stand: 20.12.2018 21:54 Uhr

Tausende Sudanesen gehen seit Mittwoch gegen die katastrophale wirtschaftliche Lage auf die Straße. Bei Zusammenstößen mit der Polizei kamen bislang acht Menschen ums Leben. Die Regierung rief den Notstand aus.

Im Sudan haben Tausende am zweiten Tag in Folge gegen die schlechte Wirtschaftslage und hohe Brotpreise demonstriert. Die Regierung rief den Notstand aus. In der Hauptstadt Khartum jagte die Polizei Menschenmengen mit Tränengas auseinander.

In Qadaref im Osten des Landes umzingelten Protestierende das Büro eines örtlichen Gouverneurs. Er brachte sich unter einem Hagel von Steinwürfen mit einem Auto in Sicherheit. Nach Angaben der Behörden kamen in Qadaref sowie im Bundesstaat Nahr an-Nil insgesamt acht Menschen ums Leben.

Wirtschaftsprobleme seit 2011 verschärft

Auch in Gadaref, Dongola und Barbar kam es zu Protesten. Mindestens 20 Demonstranten wurden festgenommen. Bereits am Mittwoch hatten Menschen in Port Sudan am Roten Meer, in Barbar und Nohud demonstriert. In Atbara im Norden zündete eine wütende Menge das Hauptquartier der Partei von Präsident Omar al-Baschir an, wie Aktivisten mitteilten.

In den 29 Jahren der Herrschaft Al-Baschirs gab es im Sudan fast immer wirtschaftliche Probleme. Nach der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 hat sich die Lage aber noch einmal verschärft, weil die Regierung in Khartum damit die dortigen Ölquellen verlor.

Sudans Präsident Omar al-Baschir | Bildquelle: AFP
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Sudans Präsident Omar al-Baschir regiert seit fast 30 Jahren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Dezember 2018 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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