Proteste im Sudan | EPA

Sudan Dutzende Verletzte bei Massenprotest

Stand: 21.10.2021 23:04 Uhr

Zehntausende haben in sudanesischen Städten für die Einsetzung einer zivilen Regierung demonstriert. Als sie auf Demonstranten eines rivalisierenden Lagers trafen, trieb die Polizei sie mit Gewalt auseinander. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Bei Protesten rivalisierender politischer Lager im Sudan sind dutzende Menschen verletzt worden. Zehntausende Menschen gingen in der Hauptstadt Khartum und anderen Städten auf die Straße, um die Einsetzung einer zivilen Regierung zu fordern. Dabei trafen sie auf Demonstranten, die seit Tagen vor dem Parlament die Absetzung der Übergangsregierung durch das Militär verlangen. 

Die Polizei habe die Befürworter einer Zivilregierung mit "Gewalt, Kugeln und Tränengas" zurückgedrängt, erklärte das sudanesische Ärztekomitee. Fast 40 Menschen wurden dabei verletzt.

Hohe Inflation und politische Spaltungen

Im Sudan hatte nach dem Sturz des autoritären Langzeit-Machthabers Omar al-Baschir im April 2019 ein sogenannter Souveräner Rat die Regierungsgeschäfte übernommen, in dem sich Militärs und Zivilisten die Macht teilen. Seitdem befindet sich das Land in einer fragilen Übergangsphase, die 2023 mit der Einsetzung einer zivilen Regierung enden soll. Eine hohe Inflation, wirtschaftliche Schwierigkeiten und tiefe politische Spaltungen verschärfen die Lage.

In den vergangenen Monaten hatte die amtierende Übergangsregierung eine Reihe von Wirtschaftsreformen auf den Weg gebracht, um sich für einen Schuldenerlass des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu qualifizieren. Im Zuge der Reformen wurden unter anderem die staatlichen Subventionen für Treibstoff gekürzt. Auch andere Maßnahmen führten zu massiven Vertrauensverlusten in die Übergangsregierung. Im Osten des Landes gibt es seit Wochen Proteste. Seit September blockieren Demonstranten den Warenhandel im Seehafen Port Sudan.