Freigelassene Häftlinge im Sudan | Bildquelle: AFP

Nach monatelangen Unruhen Einigung auf Übergangsregierung im Sudan

Stand: 05.07.2019 04:17 Uhr

Die Protestbewegung und der Militärrat im Sudan haben sich auf eine gemeinsame Regierung unter "wechselnder Führung" geeinigt. Die unter der Vermittlung der Afrikanischen Union gefundene Vereinbarung soll für drei Jahre gelten.

Militärrat und Opposition einigen sich auf Übergangsregierung im Sudan
tagesschau 09:00 Uhr, 05.07.2019

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Im Sudan haben sich der regierende Militärrat und die Anführer der Protestbewegung auf Bedingungen für eine gemeinsame Übergangsregierung verständigt. Die Generäle und die Allianz für Freiheit und Wandel (ALC) hätten sich auf einen obersten Rat unter wechselnder Führung während einer dreijährigen Übergangsphase geeinigt, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union, Mohamed El-Hacen Lebatt.

Zudem soll eine unabhängige Technokraten-Regierung gebildet werden. Die Gewalt der vergangenen Wochen soll unabhängig untersucht werden. Tausende Menschen strömten auf die Straßen, um nach Wochen der Gewalt zu feiern.

Die Verhandlungen zwischen der Armee und der Protestbewegung waren im Mai zum Erliegen gekommen. Die Spannungen waren nach der gewaltsamen Auflösung eines Protestlagers vor dem Armeehauptquartier in Khartum Anfang Juni eskaliert. Die Protestbewegung hatte jüngst den Druck auf die Armee wieder erhöht. Am Sonntag gingen Zehntausende Demonstranten in mehreren Städten auf die Straße.

Proteste in der sudanesischen Hauptstadt Karthum | Bildquelle: REUTERS
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In der sudanesischen Hauptstadt Khartum gan es immer wieder Massenproteste.

Oppositionelle aus Haft entlassen

Zuvor hatte der Militärrat im Sudan 235 Gefangene einer Rebellengruppe aus dem Gefängnis entlassen. Der Militärratsvorsitzende Jamal Omar sagte Staatsmedien zufolge, der Schritt solle zeigen, dass das Gremium Frieden und Stabilität in dem Land sicherstellen wolle. Die Opposition hatte die Freilassung Gefangener gefordert.

Alter Machthaber nach Jahrzehnten gestürzt

Nach drei Jahrzehnten an der Macht war der sudanesische Präsident Omar al-Baschir im April von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste und eine Sitzblockade in Khartum vorausgegangen. Seitdem ringen die Militärführung und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Zuletzt hat es Massenproteste gegen die Militärführung im Sudan gegeben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2019 um 06:00 Uhr.

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