Ein Demonstrant hält die sudanesische Flagge. | Bildquelle: REUTERS

Nach Vermittlungstreffen Oppositionsführer im Sudan festgenommen

Stand: 08.06.2019 16:11 Uhr

Im Sudan ist keine Lösung des Konflikts in Sicht: Nach einem Vermittlungsversuch von Äthiopiens Ministerpräsident sind zwei führende Mitglieder der sudanesischen Protestbewegung festgenommen worden.

Im Sudan sind nach Oppositionsangaben erneut zwei Gegner der Militärregierung nach einem Treffen mit dem im Machtkampf vermittelnden äthiopischen Ministerpräsidenten festgenommen worden.

Es handele sich um Ismail Dschallab, den Generalssekretär der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung-Nord (SPLM-N), und um Mubarak Ardol, den Sprecher der Rebellenorganisation. Die beiden hätten am Freitag mit dem äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed beraten und seien am Samstag festgenommen worden.

Erst am Freitag hatten Sicherheitskräfte Mohammed Esmat von der Delegation des wichtigsten Oppositionsbündnisses nach einem Treffen mit Abiy in Gewahrsam genommen, sagten Vertreter der Partei Esmats. Bereits am Mittwoch hatten Sicherheitskräfte den stellvertretenden Chef der SPLM-N, Jassir Arman, in seinem Haus in Khartum festgenommen. Arman war nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschirs aus dem Exil zurückgekehrt.

Vermittler Abiy fordert demokratischen Übergang

Die Opposition fordert eine Zivilregierung und erhält dabei Unterstützung von der Afrikanischen Union. Diese hat die Mitgliedschaft des Sudans angesichts der Gewalt ausgesetzt. Anschließend startete Abiy seine Vermittlungsbemühungen. Am Freitag kam er mit Vertretern beider Konfliktparteien in getrennten Sitzungen zusammen und rief sie dazu auf, rasch Maßnahmen für einen demokratischen und versöhnlichen Übergang einzuleiten.

Ein sudanesischer Demonstrant hält ein Banner hoch. | Bildquelle: AFP
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Machtkampf im Sudan: Die Opposition fordert einen friedlichen Übergang hin zu einer zivilen Regierung.

Sturm auf Protestlager mit vielen Toten

Der Konflikt zwischen Militärregierung und Opposition hat sich nach dem Sturm auf ein Protestlager am Montag deutlich verschärft. Es war der schwerste Gewaltausbruch seit dem Sturz Al-Baschirs im April. Dabei wurden nach Angaben der Opposition mehr als 100, nach denen der Regierung mehr als 60 Menschen getötet.

Das Militär hatte im April nach monatelangen Protesten der Bevölkerung Al-Baschir gestürzt. Seitdem haben sich Militär und Opposition nicht auf eine Übergangsregierung einigen können, weil die Armeeführung an der Macht festhält.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juni 2019 um 15:00 und 16:00 Uhr.

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