Proteste im Sudan | Bildquelle: AFP

Tote bei Militäreinsatz Lage im Sudan eskaliert

Stand: 03.06.2019 22:07 Uhr

Im Sudan sind die Spannungen zwischen dem Militär und der Opposition eskaliert. In Khartum wurde eine Sitzblockade der Protestbewegung von Sicherheitskräften niedergeschlagen. Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben.

Bei der gewaltsamen Beendigung von Protesten im Sudan sind mehr als 30 Menschen getötet worden. Augenzeugen, Aktivisten und Ärzten zufolge rückten Sicherheitskräfte im Zentrum Khartums auf den Platz der wochenlangen Sitzblockade, die maßgeblich zum Sturz von Langzeitmachthaber Omar Al-Baschir beigetragen hatte.

Mit Tränengas und scharfer Munition zielten sie demnach auf Demonstranten. Unter den 30 Toten sei auch ein achtjähriges Kind, teilte ein Verband sudanesischer Ärzte auf Facebook mit. Es werde versucht, mit Gewalt die Sitzblockade aufzulösen, twitterte das Gewerkschaftsbündnis SPA, die Organisatoren der Massenproteste im Sudan. Die Demonstranten seien einem "blutigen Massaker" ausgesetzt.

Militärregierung im Sudan geht massiv gegen Oppositionelle vor
ARD-Mittagsmagazin, 03.06.2019, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Sicherheitskräfte schlagen auf Demonstranten ein

Bilder des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira zeigten, wie etliche Menschen durch die Straßen liefen und in Deckung gingen. Einige Menschen zündeten Reifen an, Rauchschwaden waren über den Häuserdächern zu sehen. Die Bilder kamen Al-Dschasira zufolge von Aktivisten und Augenzeugen, da der Sender selbst seit vergangener Woche nicht mehr aus dem Sudan berichten darf. Einige Videos zeigten auch, wie Sicherheitskräfte auf Demonstranten einschlugen.

Ein Sprecher des Übergangsrats bestritt, dass man versucht habe, die Sitzblockade gewaltsam aufzulösen. Man habe es nicht auf sie abgesehen und man habe sie nicht mit Gewalt aufgelöst, sagte ein Sprecher des Rats dem Sender Sky News Arabia. Sicherheitskräfte seien lediglich gegen ein Gebiet in der Nähe der Sitzblockade vorgegangen. Dieses Gebiet sei eine Brutstätte von Korruption und Kriminalität.

Streit um Übergangsregierung

Im April war Sudans Präsident Al-Baschir nach drei Jahrzehnten an der Macht von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seitdem ringen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung.

Aktivisten fordern, dass es erst in drei Jahren Wahlen geben sollte, damit zivile Politiker alle sozialen und politischen Netzwerke von Al-Baschirs Partei auflösen könnten. Sie wollen nur eine "begrenzte militärische Repräsentation" in einem Übergangsrat, der das Land bis zur Zivilregierung regieren würde. Die regierenden Generäle wollen die Macht aber nicht abgeben.

Omar Al-Baschir | Bildquelle: dpa
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Sudans Langzeitpräsident Al-Baschir war im April gestürzt worden.

Bundesregierung verurteilt Gewalt

Die deutsche Bundesregierung verurteilte das gewaltsame Vorgehen gegen die Demonstranten. "Diese Gewalt ist nicht zu rechtfertigen und muss sofort aufhören", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die gewaltsame Räumung des Protestgeländes gefährde in erheblichem Maße den Prozess der Übergabe der Regierungsgewalt an eine zivil geführte Regierung.

Auch die Botschaft der USA im Sudan kritisierte die Gewalt scharf. "Angriffe sudanesischer Sicherheitskräfte auf Demonstranten und andere Zivilisten sind falsch und müssen aufhören", twitterte die Botschaft. Die Verantwortung dafür trage der militärische Übergangsrat. Der Rat könne die Menschen Sudans nicht verantwortungsvoll führen, hieß es.

Der britische Botschafter Irfan Siddiq zeigte sich "extrem besorgt" über die Berichte, wonach Sicherheitskräfte Demonstranten angriffen. Die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini, Maja Kocijancic, sagte, die EU erwarte, dass der Übergangsrat "verantwortungsvoll handele" und das Recht der Menschen, ihre Sorgen friedlich zum Ausdruck zu bringen, zu respektieren.

Tote nach Eskalation im Sudan: Militär löst Protestkundgebungen gewaltsam auf
Tilo Frank, ARD Kairo
03.06.2019 10:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Juni 2019 um 17:00 Uhr.

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