Der sudanesische General Burhan  | Bildquelle: AFP

Proteste im Sudan Militärführung macht Zugeständnisse

Stand: 13.04.2019 17:03 Uhr

Im Sudan zeigen die andauernden Proteste offenbar Wirkung. Die Militärführung hob eine Ausgangssperre auf und kündigte die Freilassung politischer Gefangener an. Verantwortliche für den Tod von Demonstranten sollten verurteilt werden.

Der politische Wandel im Sudan geht weiter: Nachdem die Militärführung den langjährigen Staatschef Omar al-Baschir gestürzt hatte, macht sie weitere Zugeständnisse. Militärchef Abdel Fattah al-Burhan hob eine Ausgangssperre zwischen 22.00 und 4:00 Uhr wieder auf.

Sie war gerade erst vom ehemaligen Verteidigungsminister Awad Ibn Auf verhängt worden, der nach dem Sturz Baschirs als Chef des Militärrats vereidigt worden war. Nach nur einem Tag im Amt gab Ibn Auf aber seinen Posten weiter an General Burhan, der weniger umstritten ist.

In einer Fernsehansprache kündigte Burhan die Freilassung der politischen Gefangenen an, die in den vergangenen Monaten bei den Protesten gegen Baschir verhaftet worden waren. Burhan versprach, den Machtapparat Baschirs "mit der Wurzel auszurotten". Die Verantwortlichen für den Tod von Demonstranten sollten vor Gericht gestellt werden.

Demonstranten fordern zivile Führung

Burhan blieb aber bei der Aussage, dass das Militär maximal zwei Jahre regieren werde, im in der Zeit die Macht an eine zivile Übergangsregierung abzugeben. Die Bildung einer zivilen Führung fordern die Demonstranten, die ihre Proteste auch nach dem Sturz Baschirs am Donnerstag fortsetzten. Der Berufsverband SPA, der sich an die Spitze der Protestbewegung gestellt hatte, will die Demonstrationen bis zur Erfüllung dieser Forderung fortsetzen.

Demonstranten im Sudan | Bildquelle: REUTERS
galerie

Die Proteste gehen weiter, die Demonstranten fordern eine zivile Führung.

Aus Oppositionskreisen verlautete, Burhan, wolle sich mit Anführern der Protestbewegung treffen. Er nahm zudem den Rücktritt von Geheimdienstchef Salih Ghosch entgegen. Ghosch hatte in den vergangenen Monaten das brutale Vorgehen des Nationalen Geheim- und Sicherheitsdienstes (Niss) gegen die Proteste in dem ostafrikanischen Land beaufsichtigt. Zahlreiche Demonstranten wurden dabei getötet. Tausende Aktivisten, Oppositionelle und Journalisten wurden festgenommen.

Saudi-Arabien sagte der neuen Militärregierung im Sudan seine Unterstützung zu, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Das Königreich stellte Hilfslieferungen in Aussicht, etwa Medikamente, Ölprodukte und Weizen.

Keine Auslieferung Baschirs

General Baschir hatte sich 1989 mithilfe von Islamisten an die Macht geputscht. Seitdem regierte er das ostafrikanische Land mit harter Hand. Gegen ihn besteht seit Jahren ein internationaler Haftbefehl wegen Völkermordes. In der Provinz Darfur wurden nach UN-Angaben seit dem Jahr 2003 im Konflikt zwischen Regierung und Rebellen 300.000 Menschen getötet. Eine Auslieferung Baschirs an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) lehnen die neuen Machthaber jedoch ab.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. April 2019 um 16:00 Uhr.

Darstellung: