Nach dem schweren Erdbeben in Westalbanien durchsuchen Rettungskräfte die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes in Durres, Albanien. | Bildquelle: dpa

Erdbeben in Albanien Verzweifelte Suche nach Überlebenden

Stand: 27.11.2019 18:10 Uhr

Nach dem Erdbeben zeigen sich viele Länder solidarisch mit Albanien und entsenden Rettungskräfte. Ministerpräsident Rama verhängte über die betroffenen Regionen den Ausnahmezustand.

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Albanien setzen in- und ausländische Rettungskräfte die Suche nach den Überlebenden fort. Sie konnten 46 Überlebende aus den Trümmern retten. Hunderte Menschen verloren ihre Wohnungen und wurden obdachlos. In der zweitgrößten albanischen Stadt Durres schliefen Bewohner in Zelten, Autos und einem Fußballstadion, während heftige Nachbeben anhielten. Andere verbrachten die Nacht im Freien und versammelten sich um Feuer, um sich zu wärmen.

Bei dem bisher schwersten Erdbeben in Albanien seit Jahrzehnten kamen nach Angaben vom Mittwoch mindestens 29 Menschen ums Leben, 650 weitere wurden verletzt. Es hatte am frühen Dienstagmorgen den Westen des kleinen Balkanstaats erschüttert. In Tirana, Durres und einigen Landgemeinden wie Thumana stürzten Häuser ein. Auch am Mittwoch wurden noch Opfer unter den Trümmern vermutet.

Kinder schlafen auf einem Fußballfeld in einem provisorischen Lager in Durres, Albanien | Bildquelle: dpa
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Kinder schlafen auf einem Fußballfeld in einem provisorischen Lager in Durres, Albanien.

Albanien erfährt internationale Solidarität

Der kleine Balkanstaat, eines der ärmsten Länder Europas, erfährt derzeit viel internationale Solidarität. Die EU hatte bereits am Dienstag ihren Katastrophenschutzmechanismus für Albanien aktiviert. Zahlreiche europäische Länder, darunter Deutschland und der Nachbar Griechenland, entsandten Spezialkräfte, die bei der Suche nach Verschütteten helfen.

Ministerpräsident Edi Rama erklärte den Mittwoch zum nationalen Trauertag. Staatliche Institutionen senkten die albanische Flagge auf halbmast. Außerdem verhängte Rama auf einer Regierungssitzung den Ausnahmezustand für die am schlimmsten betroffenen Regionen Tirana und Durres. Alle Feiern zum Unabhängigkeitstag am 28. und 29. November wurden abgesagt. Über Durres und Thumana verhängte Rama einen 30-tägigen Notstand. Aus Solidarität mit dem Nachbarland erklärte auch das Kosovo den Mittwoch zum Tag der Trauer.

Rettungskräfte durchsuchen ein zerstörtes Gebäude in Durres, Albanien | Bildquelle: dpa
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Rettungskräfte durchsuchen ein zerstörtes Gebäude in Durres, Albanien

Papst Franziskus sprach sein Beileid aus

Papst Franziskus sprach den Betroffenen sein Beileid aus. "Seine Heiligkeit Papst Franziskus sendet Eurer Exzellenz und den Familien derer, die nach dem Erdbeben in Ihrem Land starben, sein tief empfundenes Beileid", hieß es in dem Telegramm von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an Staatspräsident Ilir Meta.

Die Erderschütterung in Albanien mit ihren zahlreichen, unterschiedlich starken Nachbeben blieb kein isoliertes Phänomen in der östlichen Mittelmeerregion. Ein starkes Seebeben erschütterte am Mittwoch die südliche Ägäis. Das Geodynamische Institut von Athen gab seine Stärke mit 6,1 an. Zu spüren waren die Erdstöße auf der Halbinsel Peloponnes sowie in Athen und auf der Insel Kreta. Schäden richtete das Beben keine an, weil es sich  in 60 Kilometer Tiefe unter dem Meer ereignete, erklärten griechische Seismologen.

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Schweres Erdbeben in Albanien

Trümmer eines Hauses liegen auf einem Pkw

Das wohl schwerste Erdbeben seit Jahrzehnten in Albanien hat am frühen Morgen die Westküste des Balkanstaats erschüttert. | Bildquelle: AP

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. November 2019 um 18:00 Uhr.

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