Ein zerstörtes Haus in Karditsa nach dem Sturm | Bildquelle: AFP

Griechenland Drei Tote nach heftigen Stürmen

Stand: 20.09.2020 20:38 Uhr

Überschwemmte Straßen, zerstörte Häuser, umgestürzte Bäume: Der Wirbelsturm "Ianos" und ein weiteres Sturmtief haben in Teilen Griechenlands schwere Schäden verursacht. Drei Menschen starben, weitere werden vermisst.

Bei schweren Stürmen in Griechenland sind am Wochenende drei Menschen gestorben. Am Sonntagmorgen entdeckte die Feuerwehr in der Region Thessalien nahe der Stadt Karditsa einen 62-Jährigen in den Trümmern seines Hauses. Zuvor war bekannt geworden, dass in Mittelgriechenland eine Frau und ein Mann ums Leben gekommen waren.

Mehr als 600 Menschen seien aus Häusern befreit oder anderweitig gerettet worden, noch immer aber würden Menschen vermisst oder seien eingeschlossen, teilte die Feuerwehr mit.

Westen und Nordägäis besonders betroffen

Am Freitag und Samstag war der Wirbelsturm "Ianos" über den Westen des Landes gefegt, ein weiteres Sturmtief zog über die Nordägäis. Die Stürme verursachten schwere Schäden: Umgestürzte Bäume und Strommasten, weggeschwemmte Autos, Segelboote, die von Wind und Wellen an Land gespült oder gleich im Hafen versenkt wurden. Vielerorts standen Straßen unter Wasser.

Am Freitagnachmittag musste die Nord-Süd-Bahnverbindung zwischen Athen und Thessaloniki wegen einer Überschwemmung nahe der mittelgriechischen Stadt Lamia bis auf Weiteres geschlossen werden, wie der staatliche Rundfunk (ERT) berichtete. Auch mehrere Flüge mussten umgeleitet werden. In zahlreichen Regionen Westgriechenlands blieben am Freitag die Schulen geschlossen. Fährverbindungen zu den Inseln Kefalonia, Zakynthos und Ithaka wurden unterbrochen.

In zahlreichen Regionen Westgriechenlands und auf der Halbinsel Peloponnes fiel zudem der Strom aus. Mehrere Boote wurden in den Häfen der Urlaubsinseln Zakynthos, Lefkada, Kefalonia und Ithaka beschädigt. Ein Campingplatz auf Kefalonia wurde evakuiert, Dutzende Strandbars im Westen des Landes wurden verwüstet.

Ein Segelboot liegt nach einem Sturm neben einer Straße an Land. | Bildquelle: dpa
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Ein Segelboot wurde vom Sturm an Land gespült.

"Ianos" - ein seltener "Medicane"

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bekundete auf Twitter sein Beileid. Er versprach den betroffenen Regionen staatliche Unterstützung.

"Ianos" war ein sogenannter Medicane - ein Sturmtief, das sich gegen Ende des Sommers im Mittelmeerraum bilden kann, wenn das Wasser dort noch hohe Temperaturen aufweist. Sobald er das Festland erreicht, verliert er an Heftigkeit. Kostas Lagouvardos, Forschungsdirektor am Athener Observatorium, sagte, Wirbelstürme im Mittelmeer hätten ähnliche Eigenschaften wie Hurrikans im Atlantik, seien jedoch selten und entstünden vor allem im westlichen und zentralen Mittelmeer. Zuletzt war Griechenland vor zwei Jahren von einem solchen Sturm getroffen worden. Damals starben zwei Menschen.

Teilweise schwere Schäden nach Wirbelsturm in Griechenland
Isabel Gotovac, ARD Istanbul
21.09.2020 06:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete der BR in der Sendung Rundschau am 19. September 2020 um 21:45 Uhr.

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