Ein Surfer kniet neben seinem Brett vor aufgewühlter See | Bildquelle: dpa

Unwetter Stürme fegen den Sommer weg

Stand: 21.09.2018 21:39 Uhr

Zwei Sturmtiefs verdrängen an diesem Wochenende den Sommer. Zwischen Norwegen und Dänemark erwarteten Meteorologen bis zu zehn Meter hohe Wellen. In Norddeutschland wurden Zug- und Fährverbindungen eingestellt.

Sturmtief "Elena" ist mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Kilometer pro Stunde über Skandinavien hinweggezogen. Die Reedereien Color Line und Fjord Line stellten deshalb ihre Fährverbindungen zwischen Norwegen und Dänemark ein. Auch Stena Line behielt einige Fähren im Hafen. Die Meteorologen rechneten mit bis zu zehn Meter hohen Wellen.

Im Süden Norwegens wurde das Gefahrenniveau auf die zweithöchste Stufe angehoben. Die Bahngesellschaften bereiteten sich darauf vor, dass Bäume umstürzen und die Strecken blockieren.

In Dänemark wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 126 Kilometer pro Stunde erwartet. Hier rechnete man zumindest damit, Brücken für den Verkehr sperren zu müssen. Im norwegischen Bezirk Agder waren bereits 200.000 Menschen ohne Strom.

Unwetterfolgen auch in Norddeutschland

Auch Norddeutschland wurde von einem Herbststurm durchgeschüttelt. Bäume wurden entwurzelt, Züge und Fähren fielen aus. Im Hamburger Hafen fiel wegen des Sturms ein Stapel Schiffscontainer um.

Auf der Zugstrecke Bremen-Hamburg prallte ein Metronom gegen einen umgestürzten Baum. Ein Passagier in einem Rollstuhl wurde durch den Zug geschleudert und schwer verletzt, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte. Die 200 Fahrgäste wurden mit einem Ersatzzug zurück nach Bremen gebracht.

Großbritannien, Newhaven: Hohe Wellen brechen bei stürmischem Wetter an der Hafenmauer. | Bildquelle: dpa
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Hohe Wellen brechen sich auch an der Hafenmauer in Newhaven.

In Mecklenburg-Vorpommern mussten Feuerwehr und Polizei mehrfach wegen Bäumen ausrücken, die auf Straßen gekippt waren.

Im Wattenmeer fielen die Fährverbindungen zu den nordfriesischen Inseln und Halligen aus, wie die Wyker Dampfschiffsreederei mitteilte.

Ein Baum ist während das Sturmtiefs Elena auf einen Wagen in Mecklenburg-Vorpommern gefallen. | Bildquelle: dpa
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Ein Baum ist während das Sturmtiefs Elena auf einen Wagen in Mecklenburg-Vorpommern gefallen.

Helgoland vom Festland abgeschnitten

Auch Helgoland ist vom Festland abgeschnitten. Der Halunder-Jet ab Hamburg sowie die Fähren der Reederei Cassen-Eils von Büsum, Bremerhaven und Cuxhaven fuhren nicht. Es fanden ebenfalls keine Fahrten zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk statt. Die Autozüge zwischen Sylt und dem Festland beförderten aus Sicherheitsgründen keine windanfälligen Fahrzeuge.

Sturm nur "leichtes Vorgeplänkel"

Für Deutschland sei der Sturm am Freitag "nur ein leichtes 'Vorgeplänkel' von dem, was uns am Sonntag ins Haus steht", erklärte Julia Fruntke vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Samstag steuere am Sonntag ein weiterer, deutlich kräftigerer Sturm auf Deutschland zu.

Das neue Sturmtief - das dann "Fabienne" heißen wird - werde am Sonntagabend über der Mitte des Landes erwartet, sagte die Meteorologin. "In der gesamten Südhälfte muss mit Sturmböen, teils schweren Sturmböen und in Verbindung mit Gewittern sogar mit orkanartigen Böen um 110 Stundenkilometern gerechnet werden." Aber auch der Norden werde vom Wind getroffen, insbesondere an der Nordseeküste besteht ab Sonntagabend wieder Gefahr.

Nach dem Sturm kommt der Herbst. Am Montag rauschen die Temperaturen in den Keller. Nächste Woche ist es laut DWD vermutlich nirgendwo in Deutschland mehr über 20 Grad warm. In der Nacht zum Dienstag soll es im Südosten lokal Luftfrost geben. In höheren Lagen der bayerischen Alpen kann es sogar etwas schneien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. September 2018 um 04:47 Uhr.

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