Alexander Stubb | Bildquelle: AFP

EVP-Spitzenkandidatur Auch Stubb will Junckers Job

Stand: 02.10.2018 20:46 Uhr

Im Rennen um das Amt des EU-Kommissionschefs bekommt der CSU-Politiker Weber Konkurrenz aus der eigenen Parteienfamilie: Finnlands Ex-Regierungschef Stubb.

Von Astrid Corall, ARD-Studio Brüssel

Der Tag von Alexander Stubb begann sehr früh. Um 4.30 Uhr ist er aufgestanden, was alle die, die ihm auf Twitter folgen, lesen konnten. Sehr aktiv ist der Finne in den sozialen Netzwerken und dort zählte er auch die Minuten runter bis zu der Pressekonferenz im Europaparlament in Straßburg. Dort verkündete er schließlich, dass er - nach einigem Nachdenken und Ermutigung von Freunden - sich dazu entschlossen habe, Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei EVP zu werden.

Stubb will europäische Werte verteidigen

Mit dem Posten des Spitzenkandidaten ist auch die Chance verbunden, nach der Europawahl im kommenden Mai Präsident der EU-Kommission zu werden - und damit Nachfolger von Jean-Claude Juncker. Diesen Posten strebt Stubb an. Er wolle dort europäische Werte wie Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit verteidigen. Diese würden sowohl von außerhalb als auch von innerhalb der EU angegriffen. Er werde in seiner Kampagne deutlich machen, dass man ohne diese Werte das europäische Projekt nicht voranbringen könne.

Für die Verteidigung dieser Werte sei er bereit, auf die Barrikaden zu gehen, sagte Stubb in seiner Erklärung, die einer Bewerbungsrede glich. Populismus wolle er direkt angehen. Man müsse den Menschen zuhören, die Ängste hätten, die mit Migration, Digitalisierung oder der Zukunft der Arbeit verbunden seien. Diese Ängste müssten angegangen werden, bevor es zu spät sei. Pro-europäische und positive Lösungen will Stubb finden, falls er tatsächlich Spitzenkandidat der EVP werden sollte.

Alexander Stubb | Bildquelle: AFP
galerie

Alexander Stubb will EVP-Spitzenkandidat werden.

Manfred Weber | Bildquelle: dpa
galerie

CSU-Mann Manfred Weber hatte seine Kandidatur bereits angekündigt.

Pluspunkt: Regierungserfahrung

Mit seiner Bewerbung fordert er Manfred Weber heraus, der derzeit Fraktionschef der EVP ist. Weber hatte Anfang September seine Kandidatur angekündigt. Im Gegensatz zu dem Niederbayern hat der Finne Stubb Regierungserfahrung - was durchaus ein Pluspunkt sein könnte. Er war bereits Premier-, Außen- und Finanzminister seines Heimatlandes. Derzeit ist Stubb Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, bei der er nun für den internen Wahlkampf fünf Wochen unbezahlten Urlaub nimmt.

Für seine Familie wird der 50-Jährige dann wohl etwas weniger Zeit haben und wahrscheinlich auch für seine Hobbys. Stubb ist Marathonläufer und Triathlet. Ob die Europäische Volkspartei ihn, Weber oder doch jemand ganz anderen als Spitzenkandidaten nominiert, entscheidet sie auf einem Parteitag Anfang November. Dann hat Stubb ein Heimspiel: Der Parteitag findet in der finnischen Hauptstadt Helsinki statt.

Finne Alexander Stubb will EVP Spitzenkandidat werden
Astrid Corall, ARD Brüssel
02.10.2018 18:51 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Oktober 2018 um 18:08 Uhr.

Darstellung: