Großeinsatz der Polizei im Straßburger Stadtteil Neudorf | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Nach Straßburg-Anschlag Polizei nimmt fünfte Person fest

Stand: 13.12.2018 18:46 Uhr

Zwei Tage nach dem Anschlag in Straßburg hat die Polizei im Stadtteil Neudorf eine Person aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters Chekatt festgenommen. Der 29-Jährige selbst bleibt verschwunden.

Bei der Fahndung nach dem mutmaßlichen Attentäter von Straßburg hat die Polizei Großeinsätze in mehreren Stadtteilen durchgeführt. Dabei nahmen die Ermittler einen weiteren Verdächtigen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters Chérif Chekatt in Gewahrsam. Er gehört nicht zur Familie Chekatts. Insgesamt sind nun fünf Verdächtige im Gewahrsam.

Die Spezialeinheit Raid durchkämmte unter anderem das Viertel Neudorf südöstlich des Straßburger Zentrums, wo sich die Spur Chekatts am Dienstagabend verloren hatte. Schwer bewaffnete Beamte rückten in mehrere Häuser vor. Einzelheiten darüber, ob dort irgendwelche Spuren gefunden wurden, gab es nicht.

Mit dem Einsatz sollten Zweifel über den Verbleib Chekatts zerstreut werden, sagte Innenminister Christophe Castaner. Mehrere Straßen waren mit Polizeifahrzeugen abgesperrt.

Einsatz der französischen Spezialeinheit im Straßburger Stadtteil Meinau | Bildquelle: REUTERS
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Beamte der Spezialeinheit Raid waren auch im Straßburger Stadtteil Meinau im Einsatz.

Mit dem Taxi nach Neudorf

Chekatt soll am Dienstagabend in der Straßburger Innenstadt auf Passanten geschossen, beziehungsweise mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Bei dem Anschlag wurden drei Menschen getötet, 13 Menschen wurden verletzt. Nach der Tat flüchtete der Angreifer, lieferte sich aber noch zwei Schusswechsel mit Sicherheitskräften.

Der Angreifer wurde laut Staatsanwaltschaft vor seiner Flucht von Soldaten verletzt. Er sei mit einem Taxi entkommen und habe sich vom Taxifahrer etwa zehn Minuten lang chauffieren lassen, bevor er in Neudorf ausgestiegen sei.

Internationale Fahndung weiter erfolglos

Von Chekatt selbst fehlt nach wie vor jede Spur. Regierungssprecher Benjamin Griveaux sagte, der Auftrag laute, Chekatt zu fassen, "lebend oder tot".

Die französische Polizei ist derzeit mit mehreren 100 Polizisten im Einsatz, um ihn zu finden. Die Regierung in Paris erhöhte außerdem landesweit die Terrorwarnstufe und stellte zusätzlich 1800 Soldaten ab, die Straßen und Veranstaltungen sichern sollen. Die Bundespolizei fahndete im deutsch-französischen Grenzgebiet.

Am Mittwochabend veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsfoto Chekatts. Das Foto wurde auch von deutschen Polizeistellen per Twitter und auf Webseiten veröffentlicht. Die französischen Ermittler schließen nicht aus, dass er von Straßburg aus nach Deutschland geflohen ist. Die Kontrollen im deutsch-französischen Grenzraum wurden massiv verstärkt, die Schweiz ordnete ähnliche Maßnahmen an. 

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe leitete ein Verfahren wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung ein. Von dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt waren demnach auch sechs Deutsche betroffen, die zwar nicht verletzt, aber traumatisiert seien.

Bei Großeinsatz in Straßburg: Polizei nimmt Person aus Umfeld des mutmaßlichen Täters fest
tagesschau 20:00 Uhr, 13.12.2018, Mathias Werth, ARD Paris

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Schweigeminute in Brüssel

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Opfern und Familien in Brüssel erneut die Solidarität der gesamten Nation aus. "Es war nicht nur Frankreich, das getroffen wurde - eine französische Stadt, unsere Bürger - sondern es war genauso eine große europäische Stadt, die vor einigen Tagen tödlich getroffen wurde."

Macron war nach Brüssel zum Gipfeltreffen der 28 Staats- und Regierungschefs der EU-Länder gereist. Auch dort wurde der Opfer gedacht. "Zuerst eine Schweigeminute zu Ehren der Opfer der Straßburg-Anschläge", schrieb der Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter.

Regierung appelliert an "Gelbwesten"

Griveaux rief die Protestbewegung der "Gelbwesten" zum Verzicht auf weitere Demonstrationen auf. Er begründete dies mit der extremen Belastung der Sicherheitskräfte durch das Attentat. Die Zusagen Macrons an die "Gelbwesten" sollen bereits kommende Woche gesetzlich verankert werden.

Der Regierungssprecher appellierte an die Aktivisten, "am Samstag vernünftig zu sein und nicht demonstrieren zu gehen". Es sei besser, wenn jeder am dritten Adventssamstag seinen normalen Beschäftigungen nachgehen könne, betonte er. Viele "Gelbwesten" wollen trotz des Attentats am Samstag auf die Straße gehen, da ihnen die Zugeständnisse der Regierung nicht ausreichen. Moderate Vertreter rufen dagegen zu einem vorläufigen Proteststopp auf.

Fünf Festnahmen nach Großrazzien in Straßburg
Sabine Wachs, ARD Berlin
13.12.2018 19:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Dezember 2018 um 18:00 Uhr.

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