Polizist in Straßburg | Bildquelle: AP

Nach Straßburg-Anschlag Polizei sucht Cherif Chekatt

Stand: 13.12.2018 02:01 Uhr

Nach den Angriffen in Straßburg ist der 29-jährige Täter weiter auf der Flucht. Die Polizei fahndet öffentlich. Die neue Terrorangst hat auch Folgen für die "Gelbwesten".

Von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Auf allen Fernsehkanälen war am Abend das Foto des Tatverdächtigen Cherif Chekatt zu sehen. Die Polizei hat einen öffentlichen Fahndungsaufruf nach dem meistgesuchten Mann Frankreichs herausgegeben. Denn der 29-Jährige ist immer noch nicht gefasst.

Mehr als 24 Stunden nach seinem Angriff in der Straßburger Innenstadt hat die Polizei immer noch keine Ahnung, wo sich Chekatt aufhalten könnte. Und das trotz eines Großaufgebots von Hunderten Beamten, die in der elsässischen Metropole systematisch Straßenzüge durchkämmen, Autos durchsuchen, praktisch jeden Stein umdrehen. Besonders in Neuhof, dem Straßburger Stadtviertel, in dem sich nach mehreren Schusswechseln mit der Polizei die Spur des Attentäter verlor.

Fahndung nach dem Attentäter auch an deutsch-französischer Grenze
Morgenmagazin, 13.12.2018, Julia Henninger, SWR

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Kontakt nach Deutschland

"Das ist ein Stadtviertel mit Tausenden Einwohnern", versucht ein Polizeibeamter den Misserfolg zu erklären. Über den mutmaßlichen Attentäter weiß man inzwischen sehr viel: Er hat ein gewaltiges Vorstrafenregister und bei seinem letzten Gefängnisaufenthalt hat er sich radikalisiert. Er stand auf der Liste der vom Inlandsgeheimdienst beobachteten Gefährder. Als er am Dienstagabend wahllos auf Passanten schoss oder auf sie einstach, rief er laut Zeugenaussagen "Allah ist groß". Die Ermittler gehen daher von einem islamistischen Hintergrund aus.

Wie der rbb aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurde der mutmaßliche Täter unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen. Er ging jedoch nicht ans Telefon. Unklar ist, wer ihn angerufen hat und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach. Der Anruf ist ein weiteres Indiz dafür, dass er Verbindungen nach Deutschland hat.

"Die Entschlossenheit ist total"

Die rechte Opposition wittert ihre Chance und wirft der Regierung vor, zu lasch gegen Gefährder vorzugehen. Allein seit 2015 sind fast 250 Menschen bei islamistischen Anschlägen ums Leben gekommen. "Die Entschlossenheit der Ordnungskräfte und der Regierung, dieses Individuum zu verfolgen, aufzuspüren und zu bestrafen, ist total", entgegnet Regierungschef Édouard Philippe. Die Regierung hat die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausgerufen.

Besonders die rund 40 Weihnachtsmärkte sollen besser gesichert werden. 1300 weitere Soldaten sollen für die Sicherung öffentlicher Orte abgestellt werden, kündigte Premierminister Philippe an.

Menschen legen Blumen und Kerzen nahe dem Straßburger Weihnachtsmarkt nieder. | Bildquelle: dpa
galerie

Viele Menschen legten Blumen und Kerzen nahe dem Straßburger Weihnachtsmarkt nieder.

Und was machen die "Gelbwesten"?

Die erneute Terrorlage trifft Frankreich in einem kritischen Moment. Seit fast vier Wochen halten die "Gelbwesten" das Land mit ihren Forderungen nach weniger Steuern, höheren Löhnen und dem Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron in Atem. Die letzten Samstage kam es bei Demonstrationen der "Gelbwesten" in Paris zu schwersten Ausschreitungen.

Auch für den kommenden Samstag wird in Facebook-Gruppen der "Gelbwesten" wieder zu einer Demonstration in Paris aufgerufen - obwohl Präsident Macron am Montag in einer Fernsehansprache einen ersten Rückzieher gemacht und einige Maßnahmen zur Steigerung der Kaufkraft der weniger Bemittelten angekündigt hat.

Angst vor neuen Ausschreitungen

Nach dem Terroranschlag sind sich die Demonstranten aber nun uneins, ob man an den Plänen festhalten soll. Vielen wollen sich von der angespannten Sicherheitslage nicht beirren lassen - so wie eine Frau an einer Straßensperre der "Gelbwesten" in Zentralfrankreich: "Wir dürfen keine Angst bekommen, wir müssen unsere Aktionen fortsetzen. Wenn wir aufhören, würde sich Macron ins Fäustchen lachen", befürchtet sie. Andere wollen aber auf Demonstrationen am Samstag verzichten. Karl Toquard, einer der Sprecher des gemäßigten Flügels: "Ich glaube nicht, dass wir nach Paris gehen müssen. Ich fürchte, dass es wieder zu Ausschreitungen kommt und das dadurch unsere Bewegung in Schwierigkeiten gerät."

Für Verschwörungstheoretiker, und davon gibt es in Frankreich sehr viele, ist die Sache ohnehin klar: das Attentat in Straßburg sei von der Regierung initiiert worden, um die Bewegung der "Gelbwesten" zu schwächen. Angebliche Beweise für diese Thesen werden in den sozialen Netzwerke begeistert geklickt.

Terroranschlag in Straßburg - Fahndung nach Attentäter trotz Großaufgebot bislang erfolglos
Martin Bohne, ARD Brüssel
13.12.2018 00:56 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 13. Dezember 2018 MDR aktuell um 05:08 Uhr und das ARD-Morgenmagazin um 06:10 Uhr.

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Martin Bohne, MDR

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