Polizei in Straßburg | Bildquelle: dpa

Angreifer auf der Flucht Terrorverdacht nach Anschlag in Straßburg

Stand: 12.12.2018 08:11 Uhr

In der Nähe eines Weihnachtsmarktes in Straßburg hat ein Mann mindestens drei Menschen erschossen. Er wurde offenbar verletzt und ist auf der Flucht. Frankreich rief die höchste Terrorwarnstufe aus.

Frankreich hat nach den tödlichen Schüssen von Straßburg die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Bei dem Angriff am Weihnachtsmarkt waren am Dienstag drei Menschen getötet worden, wie Frankreichs Innenminister Christophe Castaner mitteilte. Zuvor hatte Straßburgs Bürgermeister Roland Ries von vier Toten gesprochen.

Zwölf Menschen mussten verletzt in Krankenhäuser, sechs von ihnen sind schwer verletzt. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Zwei Schusswechsel

Der Verdächtige hatte nach Behördenangaben gegen 20 Uhr nahe dem Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet. Castaner beschrieb den genauen Tatort nicht näher und sagte lediglich, der Täter habe an drei verschiedenen Orten in der Stadt "Terror" verbreitet. Zwischen 20 und 21 Uhr habe er sich zweimal einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz geliefert.

Ein Militärsprecher sagte, der Schütze habe nicht auf die patrouillierenden Soldaten auf und um den Weihnachtsmarkt herum gezielt, sondern auf Zivilisten.

Täter auf der Flucht - Höchste Terrorwarnstufe

Laut dem Sender France Info entkam er anschließend mit einem Taxi, das er gestohlen hatte. Er befindet sich weiter auf der Flucht. Der vermutlich radikalisierte Mann sei vor seiner Flucht von patrouillierenden Soldaten verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei sucht offenbar im Südosten der Stadt nach dem Mann. Sie rief die Bürger dazu auf, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der Sicherheitskräfte zu folgen.

Castaner sagte, etwa 350 Sicherheitsbeamte und zwei Hubschrauber seien an der Suche nach dem Täter beteiligt.

Straßburger Schütze identifiziert aber weiterhin flüchtig
nachtmagazin 01:30 Uhr, 12.12.2018, Mathias Werth, ARD Paris

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Täter auch in Deutschland verurteilt

Laut Innenminister Castaner wurde der mutmaßliche Täter bereits wegen Delikten in Frankreich und Deutschland verurteilt. Nach einem Medienbericht sollte er eigentlich am Dienstagmorgen verhaftet werden. Wie der Sender France Info unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete, war er jedoch nicht zu Hause. Dem Bericht zufolge wird dem 29-Jährigen versuchter Mord vorgeworfen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung Stunden vor den Schüssen sollen Granaten gefunden worden sein, berichten örtliche Medien.

Der Präfekt der Region Straßburg erklärte, der Schütze sei bereits als möglicher Extremist eingestuft worden. Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staatsanwaltschaft übernahmen die Ermittlungen.

Staatspräsident Emmanuel Macron berief in Paris eine Krisensitzung ein. Er beriet sich unter anderen mit Premierminister Édouard Philippe und Verteidigungsministerin Florence Parly. "Solidarität der gesamten Nation für Straßburg, unsere Opfer und ihre Familien", schrieb Macron auf Twitter.

Menschen warten nach einem Basketballspiel im Rhenus-Sportstadion darauf, das Stadion verlassen zu können. | Bildquelle: dpa
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Die rund 5000 Zuschauer eines Basketballspiels mussten stundenlang in der Halle bleiben. Das Stadion liegt gegenüber dem EU-Parlament.

Europaparlament lange abgeriegelt

Wegen des Anschlags wurde auch das Europaparlament abgeriegelt. Der CDU-Europaabgeordnete Sven Schulze schilderte der "Bild"-Zeitung am Telefon, das keiner in das Parlamentsgebäude in der Stadt im Elsass hinein dürfe - und auch niemand hinaus.

Inzwischen teilte Parlamentspräsident Antonio Tajani seinen im Plenarsaal versammelten Kollegen mit, sie dürften das Parlamentsgebäude abseits des Stadtzentrums verlassen - allerdings nur auf eigenes Risiko. Wer ins Stadtzentrum hinein wolle, dürfe dies ausschließlich in einem von der Polizei gesicherten Konvoi, betonte Tajani.

"Meine Gedanken sind bei den Opfern der Schießerei in Straßburg, die ich mit großer Entschiedenheit verurteile", schrieb EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Bundesaußenminister Heiko Maas zeigte sich "tief erschüttert" und verurteilte die "feige Tat".

Einrichtungen bleiben geschlossen

Nach dem Anschlag bleibt der Weihnachtsmarkt in der Stadt am Mittwoch geschlossen. Auch die kulturellen Einrichtungen der Stadt öffnen nicht, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß.

Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorserie getroffen. Dabei wurden bislang fast 250 Menschen aus dem Leben gerissen.

Über dieses Thema berichteten das nachtmagazin am 11. Dezember 2018 um 01:30 Uhr.

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