Justin Trudeau in Ottawa, Ontario, Kanada | Bildquelle: REUTERS

Strafzoll-Androhung von Trump Kanada kündigt Vergeltung an

Stand: 04.03.2018 01:04 Uhr

Kanadas Ministerpräsident Trudeau hält die Zollpläne der USA für "absolut inakzeptabel" - insbesondere, weil Präsident Trump dafür das Nachbarland als Gefahr für die nationale Sicherheit bezeichnet.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Amerikas größter Stahlimporteur, das Nachbarland Kanada hat jetzt Vergeltung für die angekündigten Strafzölle auf Stahl und Aluminium angekündigt. Premierminister Justin Trudeau erklärte, die USA hätten in der Summe einen Zwei-Milliarden-Dollar-Handelsüberschuss in Bezug auf Stahl mit Kanada. Wie auch immer geartete Strafzölle seien für Kanada absolut inakzeptabel.

US-Präsident Donald Trump hatte zur Überraschung auch seiner Partei und seiner Regierungsmannschaft 25prozentige Strafzölle auf ausländischen Stahl und zehn Prozent auf Aluminiumeinfuhren angekündigt.

Nach scharfen Protesten und der Drohung der EU und anderer Handelspartner, mit eigenen Strafzöllen auf US-Produkte zu reagieren legte der US-Präsident noch einmal nach. So drohte Trump speziell europäischen Autobauern mit Strafzöllen auf Autos in den USA.

Handelsstreit: China droht mit Maßnahmen

China will im Handelsstreit mit den USA reagieren: Wenn die USA chinesischen Interessen schaden sollten, "werden wir nicht tatenlos zusehen, sondern notwendige Maßnahmen ergreifen, sagte der Sprecher der Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses, Vizeaußenminister Zhang Yesui. Er versicherte aber, dass China "keinen Handelskrieg" zwischen den beiden größten Volkswirtschaften wolle. China ist offiziell für rund zwei Prozent der Stahlimporte in die USA verantwortlich, doch findet chinesischer Stahl auch auf Umwegen seinen Weg in die USA. "In einer so großen Beziehung ist es nur natürlich, dass es Spannungen gibt", sagte Yesui. Die Lösung sei aber, die Märkte zu öffnen und "den Kuchen der Kooperation größer zu machen".

Kanada eine Gefahr für die nationale Sicherheit?

Um überhaupt Strafzölle erheben zu können, muss sich der US-Präsident auf ein wenig bekanntes Handelsgesetz aus dem Jahr 1962 berufen und die mit Strafzöllen belegten ausländischen Produkte als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA definieren.

Kanadas Premier Trudeau sagte, gerade dieses Argument sei unsinnig, zumal Kanada in Fragen der Sicherheit derart eng mit dem südlichen Nachbarn USA kooperiere und traditionell eine umfassende sicherheitspolitische Partnerschaft pflege.

Gegenzölle angekündigt

Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland, die am Montag mit dem amerikanischen Handelsbeauftragten zusammentrifft kündigte an, dass Kanada umgehend mit eigenen Strafzöllen auf US-Produkte reagieren werde, sollte Trumps Drohung Realität werden.

Kanada will US-Strafzölle nicht akzeptieren
Georg Schwarte, ARD New York
03.03.2018 23:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 04. März 2018 um 04:05 Uhr.

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