Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache | Bildquelle: dpa

Klage wegen übler Nachrede Strache entschuldigt sich bei ORF-Moderator

Stand: 14.03.2018 10:34 Uhr

"Wo Lügen und Fake News zu Nachrichten werden" - das postete FPÖ-Chef und Vizekanzler Strache mit einem Bild des ORF-Topjournalisten Wolf. Der klagte - und erreichte eine außergerichtliche Einigung.

Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache und ORF-Moderator Armin Wolf haben sich in ihrem Streit um einen Facebook-Post außergerichtlich geeinigt. Der FPÖ-Chef entschuldigte sich per Inserat in der "Kronen Zeitung" für den Vorwurf der Lüge. Ein entsprechendes Posting soll auch zehn Tage lang bei Facebook stehen.

Strache hatte Mitte Februar bei Facebook gepostet: "Es gibt einen Ort, wo Lügen und Fake News zu Nachrichten werden" und ein Foto von Wolf im ZiB-Studio dazugestellt. "Das sind der ORF und das Facebook Profil von Armin Wolf." Er bezeichnete dies als "Satire". Wolf klagte daraufhin unter anderem wegen übler Nachrede.

Im nun geschlossenen außergerichtlichen Vergleich verpflichte sich Strache, "diese - oder sinngleiche Behauptungen zu unterlassen", teilte Wolf mit. Die Entschuldigung gelte für ihn und die ORF-Mitarbeiter. Weiter heißt es: "Ausdrücklich halte ich fest, dass ich Dr. Armin Wolf stets als höchst korrekten und professionellen Journalisten erlebt habe." Die Aussage ziehe er daher als unwahr zurück. In Straches Facebook-Chronik war das umstrittene Posting schon am Dienstagnachmittag nicht mehr zu finden.

"Lösung scheint mir fair"

"Mir scheint diese Lösung fair und sinnvoller als ein möglicherweise jahrelanger Rechtsstreit durch mehrere Instanzen, da ich nicht annehme, dass der Vizekanzler eine (wahrscheinliche) Verurteilung ohne Berufungsverfahren akzeptiert hätte", erklärte Wolf in seinem Blog. Strache zahle außerdem neben den Verfahrenskosten eine 10.000-Euro-Entschädigung. Diese will Wolf dem Dokumentationsarchiv für den Österreichischen Widerstand spenden.

Klagen des ORF gegen Strache wegen des Postings sind aber noch nicht erledigt. Es liefen Vergleichsgespräche, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau im Mittagsmagazin am 14. März 2018 um 13:10 Uhr auf tagesschau24.

Darstellung: