Die beschädigte Reiterstatue von Andrew Jackson | AP

Zerstörung von Denkmälern Trump will Vandalismus hart bestrafen

Stand: 24.06.2020 07:21 Uhr

Seit Wochen stürzen Demonstranten in den USA die Statuen umstrittener Politiker. US-Präsident Trump droht den Tätern nun mit harten Strafen. Zugleich kündigte er ein Dekret zum Schutz von Monumenten an.

US-Präsident Donald Trump hat Demonstranten für Angriffe auf Denkmäler lange Gefängnisstrafen angedroht. Jeder, der eine Statue oder ein Monument "beschädigt oder zerstört", solle festgenommen werden, schrieb Trump auf Twitter. Die Haftstrafe könne bis zu zehn Jahre betragen. Zugleich warnte der Präsident, er werde die Errichtung einer "autonomen Zone" in der Hauptstadt Washington nicht dulden.

Demonstranten hatten am Montagabend bei Anti-Rassismus-Protesten versucht, ein Denkmal des früheren Präsidenten Andrew Jackson vor dem Weißen Haus umzustürzen. Sie warfen Seile um die Reiterstatue, auf deren Sockel sie in schwarzen Buchstaben das Wort "Killer" (Mörder) geschrieben hatten. Die Polizei löste die Ansammlung von mehreren hundert Demonstranten aber unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray auf.

Umstrittener Präsident Jackson

Jackson, der von 1829 bis 1837 regierte, ist ein besonders umstrittener Präsident. Er war nicht nur Sklavenhalter, sondern ließ auch in großem Umfang Ureinwohner umsiedeln, um Raum für weiße Siedler zu schaffen. Eine andere Jackson-Statue war am Montag in Jacksonville im Bundesstaat Florida mit roter Farbe beschmiert worden. Die Stadt ist nach dem ehemaligen Präsidenten benannt.

Trump bezeichnete den Angriff auf die "wunderbare Statue von Andrew Jackson" vor dem Weißen Haus am Montagabend als "schändlichen Vandalismus". Am Dienstag sprach der Präsident von "Vandalen", "Rowdys", "Anarchisten" und "Agitatoren". "Das sind schlechte Menschen. Sie lieben unser Land nicht." Er kündigte ein Dekret zum Schutz von Monumenten an.

Auf Twitter warnte Trump zudem, solange er Präsident sei, werde es in der Hauptstadt keine "autonome Zone" geben. Die Sicherheitskräfte würden dies mit harter Hand unterbinden. Demonstranten hatten auf eine Kirche nahe des Weißen Hauses "BHAZ" für "Black House Autonomous Zone" (etwa: "Autonome Zone des Schwarzen Hauses") geschrieben. 

"Autonome Zone" in Seattle

Die Errichtung einer "autonomen Zone" in der Großstadt Seattle im Westküstenstaat Washington erregt seit zwei Wochen den Zorn von Konservativen. Trump hat wiederholt ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte gefordert. Demonstranten hatten die polizeifreie Zone im Zuge der Proteste nach dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz errichtet.

Floyds Tod hat landesweite Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. Dabei wurden wiederholt Denkmäler historischer Figuren angegriffen, die mit dem Erbe von Sklaverei und rassistischer Diskriminierung in Verbindung stehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Juni 2020 um 09:00 Uhr.