Princess-Elisabeth-Forschungsstation in der Antarktis. (Archivbild: Februar 2009) | picture-alliance/ dpa

Forschungsstation in Antarktis Corona-Ausbruch im ewigen Eis

Stand: 03.01.2022 10:14 Uhr

Wie das Coronavirus die Antarktis erreichte, ist unklar, denn die Sicherheitsvorkehrungen sind mit Impfung, Quarantäne und PCR-Test hoch: Dennoch haben sich zwei Drittel der Mitarbeiter auf einer Forschungsstation infiziert.

Es ist einer der entlegendsten Winkel der Welt und dennoch nicht vom Coronavirus verschont: die Antarktis. Auf der belgischen Prinzessin-Elisabeth-Forschungsstation gibt es laut der BBC und der belgischen Zeitung "Le Soir" einen Corona-Ausbruch. Mindestens 16 von 25 Forscherinnen und Forschern hätten sich seit Mitte Dezember Infiziert. Nach Angaben der belgischen Behörden verlaufen die Infektionen aber weitgehend mild.

"Die Situation ist nicht dramatisch", sagte Joseph Cheek, Projektmanager bei der Internationalen Polarstiftung, der BBC. "Es ist zwar etwas umständlich, die infizierten Team-Mitglieder zu isolieren, die Arbeit auf der Forschungsstation wird im Großen und Ganzen aber nicht beeinträchtigt." Cheek fügte hinzu, dass allen auf der Station Anwesenden ein Rückflug für den 12. Januar angeboten worden sei. "Alle haben aber den Wunsch geäußert, auf der Station zu bleiben und weiter ihrer Arbeit nachzugehen."

Nicht der erste Ausbruch in der Antarktis

Laut "Le Soir" sei der erste positive Test am 14. Dezember festgestellt worden - beim Mitglied eines Teams, das sieben Tage zuvor auf der Station angekommen ist. Er und zwei weitere Mitarbeiter seien isoliert und Ende Dezember sogar ausgeflogen worden - dennoch habe sich das Virus weiter verbreiten können.

Für die Ankunft auf der Forschungsstation gelten strikte Sicherheitsmaßnahmen: Eine Impfung gegen das Coronavirus ist Voraussetzung für die Arbeit. Zudem müssen alle Forschenden vor dem Abflug in die Antarktis in Südafrika in Quarantäne und brauchen einen negativen PCR-Test. Zwei Ärzte stünden laut Medienberichten zur Betreuung von Kranken bereit. Zudem seien Neuankünfte ausgesetzt, bis die Forschungsstation wieder komplett Corona-frei sei.

Es ist nicht der erste Ausbruch in der Antarktis seit Pandemiebeginn. Ende 2020 hatten sich bereits auf der chilenischen Forschungsstation "Bernardo O’Higgins Riquelme" Mitarbeitende infiziert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Januar 2022 um 18:05 Uhr.