Der Starbucks CEO Howard Schultz spricht bei einer Aktionärsversammlung in Seattle (Archivbild). | Bildquelle: REUTERS

Schultz verlässt Starbucks Politik statt Kaffee?

Stand: 05.06.2018 07:55 Uhr

Der langjährige Starbucks-Chef Howard Schultz kündigt an, er wolle noch in diesem Monat das Unternehmen verlassen. Gleichzeitig befeuerte er die Spekulationen, warum er als US-Präsidentschaftskandidat gehandelt wird.

Der Gründer der weltgrößten Kaffeehauskette Starbucks gibt seinen Posten als Vorsitzender des Konzerns auf. Der Howard Schultz werde am 26. Juni zurücktreten, teilte das Unternehmen mit. Er werde das Direktorium verlassen und den Verwaltungsratsvorsitz abgeben.

Im April 2017 war Schultz bereits als Vorstandschef zurückgetreten. In einem Memo an Mitarbeiter fachte der Spitzenmanager die seit langem kursierenden Gerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Karriere in der Politik wieder an. "Ich denke über eine Reihe an Optionen nach, von der Philanthropie bis zum öffentlichen Dienst, aber ich bin noch weit davon entfernt zu wissen, was die Zukunft bereithält", schrieb Schultz den Starbucks-Angestellten.

"Sehr besorgt über unser Land"

In den vergangenen Jahren hatte Schultz zwar mehrfach bestritten, politische Ambitionen zu haben. Vor kurzem sagte er allerdings der "New York Times", er werde über eine Reihe von Optionen für seine Zukunft nachdenken, "und dazu könnte auch ein öffentliches Amt gehören." Der 64-Jährige sagte der Zeitung weiter, er sei "seit einiger Zeit sehr besorgt über unser Land - die wachsende Spaltung zuhause und unser Ansehen in der Welt."

Es ist kein Geheimnis, dass Schultz ein eingefleischter Demokrat und ein Vertrauter von Ex-Präsident Barack Obama ist, der auch Hillary Clinton im Wahlkampf gegen Donald Trump unterstützte. Während Starbucks unter Schultz' Leitung in der EU stets wegen angeblicher Steuertricks in der Kritik stand, positionierte er das Unternehmen in den USA politisch betont liberal und weltoffen.

Architekt und Mastermind

Mit öffentlichen Aussagen zu Themen wie Ehe für alle, Waffengesetzen oder Rassismus gab Schultz Starbucks ein kontroverses Profil und sorgte dafür, dass die Kette vielen Rechten und Trump-Anhängern ein Dorn im Auge ist. Schultz gilt als Architekt und Mastermind hinter dem rasanten Wachstum von Starbucks, das innerhalb von vier Jahrzehnten von einem einzigen Laden in Seattle zu einem Kaffee-Imperium mit über 28.000 Filialen weltweit aufgestiegen ist.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Juni 2018 um 07:38 Uhr.

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