Ein vertriebener Mann in einem Rohingya Flüchtlingscamp zeigt ein Ticket, das ihm nach einer nationalen Volkserhebung gegeben wurde. Die meisten Rohingya in Myanmar sind staatenlos und leben unter Apartheid-ähnlichen Bedingungen.

UN wollen Staatenlosigkeit abschaffen "Diese Menschen existieren nicht"

Stand: 04.11.2014 14:31 Uhr

Nach Schätzungen der UN haben mindestens zehn Millionen Menschen weltweit keine Staatsangehörigkeit. Innerhalb der nächsten zehn Jahre will das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) dem Problem der Staatenlosigkeit mit der Kampagne "#Ibelong" begegnen. "Alle zehn Minuten wird irgendwo in der Welt ein staatenloses Kind geboren", sagte UNHCR-Hochkommissar António Guterres. "Diese Menschen existieren nicht, sie haben keine Rechte."

UNHCR-Hochkommissar Antonio Guterres in Genf.
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"Alle zehn Minuten wird irgendwo in der Welt ein staatenloses Kind geboren", sagte UNHCR-Hochkommissar Guterres in Genf.

Trotz einer 1961 unterzeichneten internationalen Konvention zur Abschaffung der Staatenlosigkeit gebe es auch 53 Jahre später noch immer staatenlose Menschen. Für die Betroffenen bedeute dies oftmals "ein Leben ohne Bildung, Gesundheitsversorgung und reguläre Arbeit, ein Leben ohne Bewegungsfreiheit, Hoffnung und Zukunftsperspektive", schreiben Guterres und 20 Prominente in einem gemeinsam unterzeichneten Brandbrief. Die Klassifizierung eines Individuums als staatenlos sei "unmenschlich".

Viele Staatenlose in Myanmar

Heute betrifft das Problem besonders viele Menschen in Myanmar, wo mehr als eine Million Rohingya-Muslime keine Aussicht auf die myanmarische Staatsbürgerschaft haben. Viele Staatenlose leben auch in Litauen. Dort sind es vor allem Russischstämmige, die in dem baltischen Staat leben. Die Dominikanische Republik ist für 200.000 staatenlose Menschen aus Haiti zur Ersatzheimat geworden.

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