Junge Männer versuchen in Panadura, am Rande von Colombo (Sri Lanka), einen gestrandeten Wal in tiefes Wasser des Indischen Ozeans zurückzudrängen. | Bildquelle: CHAMILA KARUNARATHNE/EPA-EFE/Shu

Gestrandete Tiere 120 Wale vor Sri Lanka gerettet

Stand: 03.11.2020 14:21 Uhr

Die Rettung war mühsam und dauerte die ganze Nacht - in Sri Lanka haben freiwillige Helfer und die Marine zahlreiche gestrandete Wale gerettet. Vermutlich hatten die Tiere die Orientierung verloren.

Freiwillige Helfer und Marinesoldaten haben vor der Küste Sri Lankas rund 120 gestrandete Grindwale gerettet. Ihnen gelang es, die Tiere wieder ins offene Meer zurückzuziehen, wie ein Marinesprecher sagte. Die Meeressäuger waren am Samstag am Strand von Pandura rund 25 Kilometer südlich der Hauptstadt Colombo gestrandet. Es war die bisher größte Massenstrandung von Walen in Sri Lanka.

Die Marine zog die Wale einen nach dem anderen mit einem kleinen Patrouillenboot zurück in tieferes Wasser. Sie wurde von der Küstenwache und Dutzenden Anwohnern unterstützt. Drei Wale und ein Delfin erlagen ihren Verletzungen, teilte die Marine mit.

Menschen betrachten einen toten Wal am Strand von Panadura, Sri Lanka. | Bildquelle: AFP
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Drei Wale und ein Delfin überlebten die beim stranden erlittenen Verletzungen nicht.

"Die Marine arbeitete die Nacht durch"

Die Anwohner waren zu Beginn der Rettungsarbeiten auf sich allein gestellt. "Einige der Fischer aus der Gegend versuchten, die Wale zurückzudrängen. Die See war rau, und die Wellen haben sie wieder an den Strand getrieben", berichtete ein Anwohner der Nachrichtenagentur AFP. "Es war sehr ermüdend, aber später kam die Marine mit ihren Booten und arbeitete die Nacht durch."

Haben die Tiere die Orientierung verloren?

Es kommt immer wieder vor, dass Gruppen von Walen stranden. Die Gründe dafür liegen trotz jahrzehntelanger Forschungen noch immer im Dunkeln. Eine Theorie lautet, dass die sehr sozialen Tiere verirrten Mitgliedern ihrer Gruppe folgen und dann ebenfalls die Orientierung verlieren.

Der Chefveterinär der Wildtier-Schutzbehörde, Tharaka Prasad, kündigte an, die toten Wale einer Autopsie zu unterziehen, um mehr über die Gründe der Massenstrandung herauszufinden. "Wir glauben, dass die Tiere desorientiert waren", sagte er der AFP. Erst im September waren vor der Küste der australischen Insel Tasmanien rund 470 Grindwale gestrandet. Nur 110 von ihnen konnten nach tagelangen Bemühungen gerettet werden.   

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