Soldaten in Sri Lanka | Bildquelle: AP

Sri Lanka Tote bei Razzia gegen Islamisten

Stand: 27.04.2019 09:01 Uhr

Die Polizei in Sri Lanka geht massiv gegen mutmaßliche Islamisten vor. In der Nacht kamen bei Schusswechseln mehrere Menschen ums Leben. In einem Haus starben 15 mutmaßliche IS-Anhänger - offenbar durch eine selbst gezündete Bombe.

Nach mehreren Explosionen in einem von der Polizei umstellten Haus im Osten Sri Lankas sind darin 15 Leichen entdeckt worden, darunter auch Frauen und Kinder. Das Haus in der Küstenstadt Sainthamaruthu sollte im Zuge einer Anti-Terror-Razzia von Sicherheitskräften gestürmt werden, als es nach Aussagen eines Polizeisprechers zu den Detonationen kam.

Mehrere Tote bei Anti-Terror-Razzia
tagesschau 17:50 Uhr, 27.04.2019

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Drei Explosionen im Haus

Das Gebäude war dem Sprecher zufolge am späten Freitagabend (Ortszeit) von Einheiten der Polizei und der Armee umstellt worden. Grund des Einsatzes waren Ermittlungen nach den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag. Die Sicherheitskräfte wurden den Angaben zufolge aus dem Haus beschossen. Kurz darauf sei es in dem Gebäude zu mindestens drei Explosionen gekommen. "Wir haben das Gebäude durchsucht und 15 Leichen gefunden, zwölf davon in dem Haus und drei davor", sagte der Sprecher.

Die Polizei vermute, dass die Detonationen auf einen oder mehrere Selbstmordattentäter zurückgehen, die sich vor dem Zugriff der Sicherheitskräfte selbst in die Luft sprengten. Ein Kind und eine Frau seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

Soldaten in Sri Lanka | Bildquelle: AP
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Die Sicherheitskräfte gehen an mehreren Orten gegen Islamisten vor.

IS-Fahnen bei weiterer Razzia gefunden

Einige Stunden zuvor waren in einem wenige Kilometer entfernten Wohnhaus bei mutmaßlichen Islamisten unter anderem mehrere Sprengstoffwesten, Material zur Herstellung von Bomben und eine Drohne gefunden worden, wie die Polizei mitteilte. Zudem sei eine Flagge der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) und Kleidung gefunden worden, die in einem angeblichen Bekennervideo der Attentäter zu sehen sein sollen.

Sieben junge Muslime wurden bei der Razzia in der Ortschaft Sammanthurai festgenommen. Auch in der Hauptstadt Colombo nahm die Polizei in der Nähe eines Bahnhofs zudem drei Männer fest, bei denen ein Kilogramm Sprengstoff gefunden wurde.

In der vor allem von Muslimen bewohnten Region läuft eine großangelegte Suche nach möglichen Hintermännern der Anschläge. Sainthamaruthu liegt etwa 360 Kilometer östlich der Inselhauptstadt Colombo und nicht weit entfernt von der Stadt Batticaloa, wo am Ostersonntag eine Kirche angegriffen worden war. Neun einheimische Selbstmordattentäter, darunter eine Frau, hatten an jenem Tag Anschläge unter anderem auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels verübt und dabei etwa 250 Menschen getötet.

Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise

Wegen der angespannten Sicherheitslage in Sri Lanka hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für das Land verschärft. "Vor nicht notwendigen Reisen nach Sri Lanka wird abgeraten", hieß es auf der Internetseite der Behörde. Zuvor hatte sich das AA insbesondere auf die Hauptstadt Colombo bezogen und nicht auf das gesamte Land. Viele Touristen haben das Land eh bereits verlassen. Die US-Botschaft in Colombo ordnete Medienberichten zufolge die Ausreise aller Familienmitglieder von Botschaftsmitarbeitern an.

Soldaten in Sri Lanka zeigen eine gefundene IS-Flagge | Bildquelle: AFP
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Soldaten in Sri Lanka zeigen eine IS-Flagge und gefährliche Gegenstände, die sie bei einer Anti-Terror-Razzia sicherstellten.

Hinweise ignoriert?

Die Behörden von Sri Lanka stehen im Zuge der Ermittlungen unter Druck: Indische Geheimdienste hatten Berichten zufolge bereits mehr als zwei Wochen vor Ostern Hinweise auf Anschlagspläne gegeben. Diese erhielten offenbar sogar die Namen und bekannten Aufenthaltsorte von Verdächtigen und weitere Einzelheiten zu den geplanten Angriffen. Unklar ist, warum die Hinweise unbeachtet blieben.

Präsident Maithripala Sirisena machte den Premierminister für die Versäumnisse verantwortlich, mit dem er seit langem im Streit liegt. "Es ist kein Geheimnis, dass sich die Situation zwischen mir und der Regierung in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert hat. Einer der Gründe dafür ist - und ich habe das immer wieder kritisiert - dass die Regierung den Geheimdienst geschwächt hat und völlig unnötig Offiziere der Streitkräfte verhaften ließ."

Premierminister Ranil Wickremesinghe hatte bei seinem Amtsantritt im Jahr 2015 angekündigt, die Kriegsverbrechen während des jahrzehntelangen Bürgerkrieges aufarbeiten zu lassen, darunter auch Kriegsverbrechen, die von den Streitkräften verübt wurden. Präsident Sirisena hat sich jedoch inzwischen mit dem damaligen Präsidenten, Mahinda Rajapaksa, angefreundet und versucht, die Streitkräfte vor einer möglichen Strafverfolgung zu schützen.

Mit Informationen von Bernd-Musch-Borowska

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. April 2019 um 09:50 Uhr.

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