Soldaten in Colombo, Sri Lanka | Bildquelle: AFP

Nach Anschlägen Explosionen und Schüsse in Sri Lanka

Stand: 26.04.2019 20:21 Uhr

Nach den Anschlägen in Sri Lanka haben Sicherheitskräfte Gebäude von Verdächtigen durchsucht - dabei kam es zum Schusswechsel. Sicherheitskräfte melden, sie hätten ein Versteck gestürmt und dort Extremisten getötet.

Nach den Selbstmordanschlägen am Ostersonntag mit mehr als 250 Toten gehen Sicherheitskräfte in Sri Lanka weiter gegen mutmaßliche Extremisten vor. Das Militär meldete ein Gefecht mit Verdächtigen in der Küstenstadt Sammanthurai, bei dem es mindestens einen Verletzten gegeben habe. Während Hausdurchsuchungen soll es außerdem drei Explosionen in einem polizeiumstellten Haus gegeben haben.

Später fanden die Einsatzkräfte im Inneren des Hauses 15 Leichen, darunter die Leichen von sechs Kindern, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

In einem Wohnhaus fand die Polizei nach eigenen Angaben mehrere Sprengstoffwesten, Materialien zur Herstellung von Bomben und eine Drohne. Außerdem sei eine Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat" gefunden worden. Auch Kleidung aus einem angeblichen Bekennervideo der Attentäter wurde demnach entdeckt. Sieben Muslime seien festgenommen worden.

Am Samstagvormittag (Ortszeit) teilte die Armee mit, Sicherheitskräfte hätten ein Versteck von IS-Verbündeten in der Stadt Kalmunai gestürmt und dabei vier Extremisten getötet, drei weitere seien verletzt entkommen. Auch ein in die Schusslinie geratener Zivilist sei getötet worden.

Drahtzieher der Anschläge in Sri Lanka nach Regierungsangaben tot
tagesschau24 12:00 Uhr, 26.04.2019

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Gefahr nicht gebannt

Zuvor hatten die Behörden erklärt, dass sich weitere Verdächtige auf der Flucht befinden könnten - vermutlich auch bewaffnet und mit Sprengstoff. Von der Polizei hieß es, es gebe weitere Anschlagspläne von Islamisten in dem Inselstaat. Weltweit warnten Behörden deshalb vor Reisen nach Sri Lanka und innerhalb des Landes. Auch das Auswärtige Amt verschärfte seine Reisehinweise.

Deutsche Reiseveranstalter bieten ihren Kunden nun kostenlose Stornierungen an oder organisieren bereits die Rückreise. Tui erklärte, alle Reisen in das Land seien bis zum 31. Mai abgesagt worden. Vom Deutschen Reiseverband hieß es, groben Schätzungen zufolge befänden sich insgesamt rund 5000 deutsche Urlauber auf der Insel. Die Niederlande kündigten an, bis zu 500 Urlauber nach Hause zu holen.

Ein Soldat in Sri Lanka kontrolliert einen Passanten in Colombo. | Bildquelle: AP
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Nach den Anschlägen wurden in Sri Lanka Zehntausende Polizisten und Soldaten mobilisiert.

Hinweise ignoriert?

Die Behörden von Sri Lanka geraten im Zuge der Ermittlungen weiter unter Druck: Indische Geheimdienste hatten Berichten zufolge bereits mehr als zwei Wochen vor Ostern Hinweise auf Anschlagspläne gegeben. Diese erhielten offenbar sogar die Namen und bekannten Aufenthaltsorte von Verdächtigen und weitere Einzelheiten zu den geplanten Angriffen. Unklar ist, warum die Hinweise offenbar unbeachtet blieben.

Sieben Selbstmordattentäter hatten sich in drei Kirchen, drei Hotels und an anderen Orte in die Luft gesprengt. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte die Anschläge später für sich. Die Regierung von Sri Lanka macht die einheimische Islamistengruppe National Thowheeth Jamaath (NTJ) für die Taten verantwortlich, die möglicherweise aus dem Ausland unterstützt wurde.

Anführer kam ums Leben

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge, der Islamistenanführer Zahran Hashim, kam nach Regierungsangaben bei einer der Attacken ums Leben. Staatschef Maithripala Sirisena sagte, die Geheimdienste hätten ihm mitgeteilt, dass Hashim bei einem der Anschläge in einem Hotel in Colombo gestorben sei. Ob Hashim einer der Selbstmordattentäter war, teilte Sirisena nicht mit.

Nach Abschluss der Autopsien mussten die Behörden in Sri Lankas die Zahl der getöteten Menschen deutlich korrigieren: Etwa hundert Menschen weniger sollen getötet worden sein. "Es könnten 250 oder 260 sein", sagte der Generaldirektor der Gesundheitsdienste. Mehrere schwer verstümmelte Leichen seien doppelt gezählt worden, begründete das Gesundheitsministerium die zunächst falschen Zahlen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. April 2019 um 20:00 Uhr.

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