Maria Butina spricht auf einer Kundgebung (Datum unbekannt) | Bildquelle: REUTERS

Spionage in den USA Russische Agentin bekennt sich schuldig

Stand: 13.12.2018 20:44 Uhr

Über die Waffenlobby NRA soll die mutmaßliche russische Agentin Butina versucht haben, an hochrangige Republikaner heranzukommen. Jetzt hat sie sich schuldig bekannt, für den Kreml spioniert zu haben.

Die in den USA inhaftierte Russin Maria Butina hat vor einem Bundesgericht in Washington gestanden, als "Agentin" ihres Heimatlandes konservative Kreise in den Vereinigten Staaten unterwandert zu haben. Sie habe von 2015 an bis zu ihrer Festnahme im Juli 2017 in den USA operiert. Das umfasst auch die Zeit des Präsidentschaftswahlkampfs 2016.

Bis zur Verkündung des Strafmaßes bleibt Butina in Haft. CNN berichtete, ihr drohten bis zu fünf Jahre im Gefängnis. Im Gegenzug für das Schuldeingeständnis soll die Staatsanwaltschaft der 30-Jährigen jedoch eine geringere Haftstrafe in Aussicht gestellt haben. Die Strafverfolger empfahlen bis zu ein halbes Jahr Haft. Nach Verbüßen ihrer Strafe wird Butina wohl nach Russland abgeschoben. Sie befindet sich bereits seit Juli im Gefängnis. 

FBI-Überwachungsfoto von einem Treffen der mutmaßlichen russischen Spionin Butina mit einem russischen Geheimdienstler in einem Restaurant. | Bildquelle: REUTERS
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Das FBI überwachte Butina und veröffentlichte dieses Foto von einem angeblichen Treffen mit einem russischen Geheimdienstler.

Über die NRA zu Trump

Angeleitet und finanziert wurde Butina nach Erkenntnissen der US-Ermittler teilweise von Alexander Torschin, der Vizepräsident der russischen Zentralbank ist und Staatschef Wladimir Putin nahe steht. Sie reiste mehrfach in die USA und ließ sich schließlich mit einem Studentenvisum in Washington nieder.

Butina knüpfte enge Kontakte zur Waffenlobby NRA und verkehrte auch in hochrangigen Kreisen der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump. Bei der Anhörung beschuldigte die Staatsanwaltschaft Butina, sie habe versucht, "inoffizielle Kommunikationswege mit Amerikanern zu etablieren, die Macht und Einfluss auf die US-Politik haben".

Dafür nutzte sie den Angaben zufolge auch ihre Beziehung zum republikanischen Politikberater und NRA-Mitglied Paul Erickson, mit dem sie in Washington zusammenlebte. Dieser führte sie auch in die republikanischen Kreise ein.

Über ihr Zusammenleben mit Erickson äußerte sich Butina in beschlagnahmten Dokumenten abschätzig, wie ein Ermittler der Bundespolizei FBI berichtete. Die Beziehung sei für sie nur ein "notwendiger Aspekt ihrer Aktivitäten" gewesen. Erickson bot einem Gerichtsdokument zufolge Anfang 2016 einem Mitarbeiter der Trump-Wahlkampagne an, ein Treffen zwischen dem Präsidentschaftsbewerber und Putin mit Hilfe Torschins zu arrangieren.

Maria Butina und Alexander Torschin (Archivbild vom 07.09.2012) | Bildquelle: AP
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Butinas Mission soll von Alexander Torschin angeleitet und finanziert worden sein.

Russland protestiert

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits nach Butinas Festnahme ihre Freilassung gefordert und die Anschuldigungen als fabriziert bezeichnet. Das russische Außenministerium startete eine Internetkampagne zur Freilassung. Es ersetzte das Profilbild des englischsprachigen Twitter-Accounts des Ministeriums mit einem Foto Butinas.

Der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses der russischen Duma sagte, er sei überzeugt, dass Butina unter Druck gesetzt worden sei, damit sie gestehe. "Sie haben sie zerbrochen. Jeder würde in Umständen wie diesen zusammenbrechen", sagte Leonid Slutski. Die Vorwürfe gegen Butina seien erfunden, sagte er russischen Agenturen.

Das Verfahren gegen Butina geht nicht auf die Russland-Untersuchungen von FBI-Ermittler Robert Mueller zurück. Mueller untersucht mögliche Absprachen von Vertretern des Trump-Lagers und Russlands im Präsidentschaftswahlkampf 2016. US-Geheimdienste werfen Russland eine versuchte Einflussnahme auf die US-Wahlen 2016 vor.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 13. Dezember 2018 um 21:07 Uhr.

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