Maria Butina spricht auf einer Kundgebung (Datum unbekannt) | Bildquelle: REUTERS

Spionage in den USA Russische Agentin kooperiert mit US-Behörden

Stand: 11.12.2018 09:33 Uhr

Die US-Behörden werfen ihr vor, für den Kreml spioniert zu haben. Bisher beteuerte die mutmaßliche Agentin Butina ihre Unschuld. Nun kooperiert sie offenbar - und will sich schuldig bekennen.

Eine als mutmaßliche Spionin enttarnte Russin hat sich mit der US-Justiz offenbar auf einen Deal geeinigt. Darauf deutet ein Gerichtsdokument hin, in dem Bundesstaatsanwälte den Fall Maria Butina als "geklärt" bezeichneten. Gemeinsam mit deren Anwalt reichten sie demnach einen Antrag auf Änderung des Plädoyers der Beschuldigten ein. Offenbar will sie sich schuldig bekennen. Bislang hatte Butina ihre Unschuld beteuert.

Für Mittwoch wurde eine Anhörung angesetzt. Die Staatsanwälte in Washington werfen der 30-jährigen Butina vor, für den Kreml geheime Informationen über amerikanische Funktionäre sowie politische Organisationen gesammelt zu haben. Über Kontakte zur mächtigen US-Waffenlobby NRA habe sie dabei versucht, Beziehungen zu US-Politikern aufzubauen.

FBI-Überwachungsfoto von einem Treffen der mutmaßlichen russischen Spionin Butina mit einem russischen Geheimdienstler in einem Restaurant. | Bildquelle: REUTERS
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Das FBI überwachte Butina und veröffentlichte dieses Foto von einem angeblichen Treffen mit einem russischen Geheimdienstler.

Nur eine interessierte Studentin?

Den Auftrag soll sie direkt von einem früheren russischen Abgeordneten bekommen haben, den das US-Finanzministerium wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Kremlchef Wladimir Putin mit Sanktionen belegt hat. Butina war im Juli festgenommen worden. Ihr Anwalt argumentierte, sie sei nur eine an amerikanischer Politik interessierte Studentin, der es um die Verbesserung der Beziehungen zwischen Washington und Moskau gehe.

Bereits seit Wochen hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung in Gerichtsakten angedeutet, dass sie verhandelten und eine mögliche Verständigung im Strafverfahren näher rücke. Die Vorwürfe gegen Butina haben nichts mit der Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller über eine russische Einmischung in die US-Wahl 2016 zu tun.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 13. Dezember 2018 um 21:07 Uhr.

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