Der Öltanker "Prestige" zieht einen Ölteppich hinter sich her | Bildquelle: AP

Spaniens Justiz bestätigt Milliardenausgleich für "Prestige"-Unglück

Stand: 20.12.2018 21:21 Uhr

16 Jahre nach der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte Spaniens ist das Urteil über die Entschädigung rechtskräftig. Kapitän und Versicherer des Öltankers "Prestige" müssen 1,5 Milliarden Euro Ausgleich zahlen.

Spaniens höchstes Gericht hat die Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe im Fall des havarierten Öltankers "Prestige" vor 16 Jahren endgültig bestätigt. Die Richter legten "die Erstattungen auf eine Gesamtsumme von 1,5 Milliarden Euro" fest, wie es in einer veröffentlichten Entscheidung heißt. Zu zahlen ist das Geld demnach zum Großteil an den spanischen Staat. Haftbar ist vor allem der Schiffsversicherer der "Prestige".

Der altersschwache Tanker war am 13. November 2002 vor der Küste Galiciens in einem Sturm leckgeschlagen. Statt das Schiff in den nächsten Hafen zu lassen, ordneten die spanischen Behörden an, es möglichst weit auf das offene Meer zu schleppen.

63.000 Tonnen Schweröl in Atlantik

Sechs Tage später zerbrach der Tanker rund 250 Kilometer vor der spanischen Küste und sank. Rund 63.000 Tonnen Schweröl flossen in den Atlantik und verseuchten die Küsten Spaniens, Frankreichs und Portugals auf einer Länge von 1700 Kilometern. Zehntausende Seevögel verendeten und die Fischerei wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. 

Die spanischen Behörden bezifferten den Gesamtschaden damals auf rund vier Milliarden Euro. Die Entschädigung wurde durch jahrelange Rechtsstreitigkeiten verzögert. Ein Gericht legte die Entschädigungssumme im November 2017 auf 1,5 Milliarden Euro fest. Das Oberste Gericht bestätigte nun dieses Urteil und beendete damit das langjährige juristische Nachspiel der schlimmsten Umweltkatastrophe in Spaniens Geschichte. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. November 2017 um 09:05 Uhr in der Sendung "Kalenderblatt".

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