Spaniens König Felipe VI. hält im Staatsfernsehen seine Weihnachtsansprache. | Bildquelle: dpa

Konflikt mit Katalonien Spaniens König mahnt zu Zurückhaltung

Stand: 25.12.2017 00:37 Uhr

Die Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien behalten die politische Mehrheit - der Konflikt mit Spanien hat nichts von seiner Schärfe verloren. Gerade darum nutzte der spanische König Felipe VI. seine Weihnachtsansprache, um zu Besonnenheit aufzurufen.

Im Streit um eine mögliche Abspaltung Kataloniens hat der spanische König Felipe VI. das neu gewählte Parlament der Region zu verantwortungsvollem Handeln aufgerufen. In seiner Weihnachtsansprache, die im spanischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, warnte der 39-Jährige: "In Katalonien darf der Weg nicht erneut zu Konfrontation oder Ausschluss führen."

Regieren mit "Gelassenheit, Stabilität und Respekt"

Die neue Regierung solle zum Wohle aller handeln, appellierte König Felipe - "mit Gelassenheit, Stabilität und gegenseitigem Respekt". Sollte sich der Streit um die mögliche Abspaltung wie bisher fortsetzen, drohe "Zwietracht, Unsicherheit und Entmutigung". Zudem warnte Felipe auch vor wirtschaftlichen Schäden durch den anhaltenden Konflikt.

Nach einem Unabhängigkeitsreferendum der Katalanen, das von der spanischen Regierung verboten worden war, hatte der Ministerpräsident des Landes, Mariano Rajoy, die Regionalregierung abgesetzt. Der entmachtete Regionalpräsident, Carles Puigdemont, floh ins Exil nach Brüssel. Ihm droht im Falle seiner Rückkehr nach wie vor eine Haftstrafe, da er mit der Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens vergangenen Oktober gegen die spanische Verfassung verstoßen hatte.

Separatisten behalten Mehrheit

Ende der vergangenen Woche sicherten sich die Separatisten bei der Regionalwahl in Katalonien jedoch erneut die Mehrheit im Parlament. Die Regierungsbildung steht noch aus.

Puigdemont appellierte an die spanische Regierung, ihm Straffreiheit und somit die Möglichkeit zu gewähren, nach Katalonien zurückzukehren. Er sei zu Gesprächen bereit, betonte aber, er sehe sich durch das Ergebnis der Parlamentswahl in seinem Amt als Regionalpräsident bestätigt. Die Eröffnungssitzung des neuen Parlaments ist für den 23. Januar angesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2017 um 03:32 Uhr.

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