Angehörige Francos tragen den Sarg mit den sterblichen Überresten des spanischen Diktators, nach dessen Exhumierung im "Tal der Gefallenen". | Bildquelle: AP

Umbettung Francos Des Diktators letzte Reise

Stand: 24.10.2019 15:06 Uhr

Nach langem juristischen Ringen sind die sterblichen Überreste des spanischen Diktators Franco exhumiert worden, um sie in Madrid erneut beizusetzen. Doch die Umbettung bleibt umstritten.

Von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Studio Madrid

Keine Zeitung, kein Onlineportal, kein Radiosender kommt um das Thema des Tages herum - und natürlich laufen auch im Fernsehen seit dem frühen Vormittag Livebilder aus dem Valle de los Caídos, wo der Diktator Francisco Franco seit seinem Tod lag. Es herrschen höchste Sicherheitsvorkehrungen und massives Medieninteresse, berichtet ein Reporter des Staatsfernsehens.

Tatsächlich ans Grab Francos durften nur die beiden Enkel des Diktators sowie Experten, die den Zustand des Sarges untersuchen sollten und die Spezialisten eines Steinmetzbetriebes, der die eineinhalb Tonnen schwere Grabplatte abheben sollten. Sie hatten in den vergangenen Tagen Morddrohungen von Ultrarechten erhalten.

Spaniens Ex-Diktator Franco umgebettet
tagesschau 20:00 Uhr, 24.10.2019, Natalia Bachmayer, ARD Madrid

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Den richtigen Zeitpunkt gewählt?

Über die Frage, ob die Exhumierung angebracht und der Zeitpunkt der richtige war, wurde und wird in Spanien heftig gestritten. Auch im Live-Fernsehen: "Es war doch nur die Familie dagegen, das muss man verstehen", sagt ein Journalist. Seine Kollegin hält dagegen: "Aber die konservative Volkspartei hat das Vorhaben auch nicht unterstützt."

Die Familie spricht von einem Sakrileg - und Juan Chicharro, der Präsident der Francisco Franco Stiftung, fragt im spanischen Fernsehen, was es denn überhaupt aufzuarbeiten gebe:

"Franco war im 'Tal der Gefallenen' begraben und war Geschichte. Der Übergang zur Demokratie hat die Spanier versöhnt und die Sozialisten haben eine Spaltung der Gesellschaft wieder heraufbeschworen, die es nicht mehr gegeben hat."

Populisten halten Ansehen Francos hoch

Die Stiftung hat sich auf die Fahne geschrieben, das Ansehen des Diktators hoch zu halten - und viele Konservative und Rechtspopulisten folgen ihrer Argumentation auch heute.

Mindestens die Hälfte der Spanier findet es laut Umfragen allerdings richtig, dass die Regierung die Exhumierung durchgesetzt hat. Allerdings hatte eine Klage der Familie alles um Monate verzögert.

Überreste sollen in Madrid erneut beigesetzt werden

Nur rund ein Dutzend Franco-Anhänger tauchten an den Absperrungen am Tal der Gefallenen auf, mit alten Fahnen des Franco-Regimes und "Franco lebt"-Plakaten: "Wir sind hier, um Franco zu danken, der sein Leben gegeben hat, um Spanien vor dem Kommunismus zu retten."

Noch sind die sterblichen Überreste nicht auf dem Friedhof am Stadtrand Madrids eingetroffen, wo sie ihre endgültige Ruhestätte finden sollen. Dort stehen mehrere hundert Franco-Anhänger an den Absperrungen. Am Vormittag wurden große Kränze von unbekannten Spendern aus Lieferwagen entladen. "Für immer mit Franco" steht darauf - die Aufarbeitung der Diktatur ist auch mit der Exhumierung Francos noch lange nicht abgeschlossen.

Sterbliche Überreste von Diktator Franco werden in neues Grab überführt
Reinhard Spiegelhauer, ARD Madrid
24.10.2019 14:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Oktober 2019 um 16:00 Uhr.

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