Flüchtlinge an Bord eines Schiffs der spanischen Küstenwache. | Bildquelle: AP

Steigende Flüchtlingszahlen Spanien fordert europäische Lösung

Stand: 29.07.2018 16:53 Uhr

Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg von Afrika nach Spanien. Die Regierung bemüht sich, sie zu versorgen. Sie macht aber auch klar, dass eine europäische Lösung her muss.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Ein Schlauchboot mit gut 30 afrikanischen Migranten an Bord kommt an einem Strand an. Innerhalb weniger Sekunden springen die Menschen an Land und verschwinden in den Dünen. Urlauber schauen sich das Ganze verdutzt an.

Das sind Szenen, die sich seit einigen Tagen immer wieder an der südspanischen Küste abspielen. Im Schnitt erreichen 700 Migranten täglich das Land. In den meisten Fällen stoppt die spanische Seenotrettung die Boote einige Kilometer vor der Küste und nimmt die Flüchtlinge an Bord ihrer Schiffe.

In den andalusischen Häfen kümmern sich Helfer des Roten Kreuzes und der örtlichen Behörden um die Menschen. Von der spanischen Zentralregierung heißt es: Man habe die Situation absolut unter Kontrolle, investiere bis Ende des Jahren 30 Millionen Euro in die Soforthilfe.

Ein würdevoller Umgang

"Wenn weiterhin so viele Migranten bei uns ankommen, füllen sie unsere Aufnahmezentren natürlich schnell. Aber wir bringen die Menschen auch in vielen Sporthallen gut unter, das sind ja keine Gefängnisse. Unser System ist sicher nicht perfekt und wir benötigen mehr Kapazitäten. Aber wir gehören zu den Ländern, die mit Migranten noch am würdevollsten umgehen", sagt Außenminister Josep Borrell.

Die Äußerung des langjährigen Europapolitikers zielte auch auf die rechte Regierung Italiens, die ihr Land mittlerweile gegen Flüchtlinge abriegelt. Das kritisiert auch der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Er stellte bei einem Besuch in Andalusien an diesem Wochenende klar, dass Spanien nicht bereit ist, sich allein um den Flüchtlingsansturm zu kümmern. "Die Migration ist ein Problem, das ganz Europa etwas angeht. Daher brauchen wir auch eine europäische Lösung."

Im südspanischen Hafen Algeciras werden Flüchtlinge versorgt. | Bildquelle: A Carrasco Ragel/EPA-EFE/REX/Shu
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Im südspanischen Hafen Algeciras werden Flüchtlinge versorgt.

Ein strukturelles und emotionales Problem

Doch wie diese Lösung konkret aussehen könnte, das weiß die spanische Regierung offenbar auch nicht. Für Außenminister Borrell ist zumindest klar: "Die Flüchtlingskrise ist deutlich schwieriger zu lösen als die Eurokrise. Das Problem der Migration ist struktureller, emotionaler. Die Eurokrise dagegen konnte man mit Geld und einer Reform der Institutionen lösen."

Mehrere spanische Vorgängerregierungen und die Europäische Union versuchten schon vor Jahren, auch das Problem der Migration mit Geld in den Griff zu bekommen. So zahlt die EU jedes Jahr Millionen an Marokko. Im Gegenzug sollen die Behörden dort afrikanische Migranten auf dem Weg nach Europa zurückhalten.

Das funktioierte in den vergangenen Jahren recht gut. Die Vertreterin der spanischen Regierung in der Exklave Ceuta, Salvadora Mateos, geht davon aus, dass Marokko nun mehr Geld will und deshalb in den vergangenen Tagen so viele Migranten weiterziehen ließ. Allein gut 600 kamen am Donnerstag in Ceuta an.

Nach Schätzungen warten im Moment rund 50.000 weitere Afrikaner darauf, nach Spanien zu kommen und damit in die Europäische Union.

Flüchtlingsströme nach Spanien
tagesschau 20:00 Uhr, 29.07.2018, Michael Stocks, ARD Madrid

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juli 2018 um 16:30 Uhr.

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