Notstand in Spanien. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Spanien will Notstand erneut verlängern

Stand: 16.05.2020 17:31 Uhr

Spanien hatte die Corona-Restriktionen zuletzt regional leicht gelockert. Nun hat Regierungschef Sánchez angekündigt, den Notstand um einen weiteren Monat zu verlängern - zum letzten Mal, hieß es.

Spanien will den wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausnahmezustand um rund einen Monat verlängern. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte in einer Fernsehansprache an, er werde beim Parlament eine "letzte Verlängerung des Alarmzustands um ungefähr einen Monat" beantragen. Ursprünglich war nur eine Verlängerung um 15 Tage angestrebt worden.

In Spanien gilt seit bereits zwei Monaten die dritthöchste Notstandsstufe. Sie war vom Parlament zuletzt bis zum 23. Mai verlängert worden. Nur auf dieser Notstandsstufe darf die Zentralregierung die Rechte der Bürger im ganzen Land stark einschränken.

Lockerung in mehreren Phasen

Es gilt zum Beispiel eine strikte Ausgehsperre, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert wird. Den Plänen der Regierung zufolge werden die Spanier erst Ende Juni nach Abschluss der sogenannten "Phase 3" der Lockdown-Lockerungen ihre Provinz verlassen dürfen. Einen Termin für eine Grenzöffnung für Touristen gibt es noch nicht.

Kritik an strengen Restriktionen

Die strenge Anti-Corona-Politik der Regierung löst in Spanien immer mehr Kritik aus. Die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso warf Sánchez vor, die Freiheiten illegal einzuschränken und die Hauptstadt-Region um Madrid "in den Ruin zu treiben". In den schwer betroffenen Städten Madrid und Barcelona gelten besonders strenge Restriktionen.

Spanien gehört zu den am schwersten vom Coronavirus betroffenen Ländern Europas. Mehr als 230.000 Infektionen wurden dort registriert, mehr als 27.000 Menschen starben. Das Gesundheitsministerium warnte zuletzt, das Risiko eines Wiederaufflammens des Virus bestehe. Sollte die Zahl der Infektionen in einer Stadt wie Madrid wieder zunehmen, "würde das wahrscheinlich Auswirkungen auf ganz Spanien haben".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Mai 2020 um 16:03 Uhr.

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