Erde aus dem Weltall | Bildquelle: picture alliance/dpa

US-Repräsentantenhaus Eine Weltraumstreitkraft für die USA

Stand: 12.12.2019 11:09 Uhr

Die USA untermauern ihren Führungsanspruch im All und schaffen dafür eine "Space Force". Das US-Repräsentantenhaus stimmte dem Plan zu. Zusätzliche Soldaten soll es aber nicht geben.

Das US-Repräsentantenhaus hat der Schaffung einer "Space Force" als sechster Teilstreitkraft der USA zugestimmt. Das Gesetz für eine eigenständige Weltraumstreitkraft ist Teil eines Gesetzespakets zum Verteidigungshaushalt, das die Abgeordneten in Washington verabschiedeten. Erwartet wird, dass der Senat dem Paket noch vor Beginn der Sitzungspause in der kommenden Woche zustimmt.

Damit wird jedoch vor allem administrativ eine neue Streitkraft geschaffen. Die Aufgaben wurden bislang vom Weltraumkommando der Luftwaffe erfüllt. Neues Personal soll es nicht geben, doch die Aufwertung zu einer eigenen Streitkraft soll dem Bereich mehr Bedeutung verleihen.

Trotzdem wird der Schritt als Erfolg für US-Präsident Donald Trump gesehen, der die Schaffung der "Space Force" in die Wege geleitet hat. Vizepräsident Mike Pence sprach auf Twitter von einem "riesigen Schritt für die Amerikaner", die sich anschickten, zum Mond zurückzukehren und dann zum Mars zu fliegen. Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, mit der Verabschiedung werde ein Versprechen Trumps erfüllt, "Amerikas Führungsrolle im Weltraum beizubehalten".

Interessen der Amerikaner im All schützen

Die "Space Force" soll neben Heer, Marine, Luftwaffe, Marineinfanteriekorps und Küstenwache die sechste eigenständige Teilstreitkraft der USA werden. In dem Gesetzesentwurf heißt es, die "Space Force" solle die Operationsfreiheit der USA im Weltraum gewährleisten und die Interessen der Amerikaner dort schützen. Aufgabe der neuen Teilstreitkraft sei außerdem, Aggressionen im und aus dem Weltraum abzuwehren und dort Operationen auszuführen.

Dabei sei das vordringliche Ziel die Abschreckung, sagte John Raymond, der seit rund drei Monaten als Kommandeur des "Space Command" bei der Luftwaffe im Amt ist. Es gehe im All sowohl um Raketenwarnsysteme als auch um die Bedrohung durch Cyberangriffe. Insbesondere die Sicherheit von Satelliten stehe ganz oben - sowohl die der USA als auch die der Partner, sagte Raymond im November.

US-General John W. Raymond (rechts) und US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AFP
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US-General John W. Raymond (rechts) wurde als Kommandeur des "Space Command" im Sommer bestätigt.

Dabei gehe es nicht primär um Waffen im All, sondern darum, Kämpfer für den Weltraum auszubilden durch ein anderes Training. Da es keine zusätzlichen Soldaten für die "Space Force" geben wird, sollen sie aus der Luftwaffe rekrutiert werden. Der Kommandeur der "Space Force" soll dem zivilen Leiter der Luftwaffe unterstellt werden.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 20. November 2019 um 06:08 Uhr.

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