Ermittler der amerikanischen Luftaufsichtsbehörde NTSB untersuchen das kaputte Triebwerk der Southwest-Airlines-Maschine | Bildquelle: dpa

Southwest Airlines Notfall in 10.000 Metern Höhe

Stand: 18.04.2018 12:04 Uhr

Die Maschine der Southwest Airlines befindet sich in 10.000 Metern Höhe als plötzlich Triebwerkteile das Flugzeug beschädigen. Eine Frau wird fast aus dem Fenster gerissen und stirbt wenig später.

Die Maschine war knapp 20 Minuten in der Luft, da trafen die Alarmsignale im Cockpit ein: Ein Turbinenteil der Boeing 737 des Southwest-Airlines-Flugs 1380 hatte sich aus dem Triebwerk gelöst und ein Fenster des Flugzeugs beschädigt. Passagiere hätten zuvor einen Knall am linken Triebwerk gehört, schreiben Medien. Die Maschine mit 149 Menschen an Bord, die sich auf dem Weg von New York nach Dallas befand, musste in Philadelphia notlanden. Eine Passagierin kam bei dem Vorfall ums Leben.

Wie Medien berichten, wurde eine Frau von den gelösten Turbinenteilen getroffen und verletzt. Nach Augenzeugenberichten wurde zudem eine Passagierin durch den entstandenen Druckunterschied fast aus dem kaputten Fenster gerissen, konnte von anderen Passagieren aber festgehalten werden. Laut lokalen Medien handelt es sich dabei um ein und dieselbe Frau, die später an ihren Verletzungen starb. Sieben weitere Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr leicht verletzt, mussten aber nicht im Krankenhaus behandelt werden.

Die beschädigte Boeing 737 der US-Fluggesellschaft Southwest | Bildquelle: REUTERS
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Nach der Notlandung in Philadelphia: Die beschädigte Boeing 737 der US-Fluggesellschaft Southwest

Die Fluglinie bestätigte in einem Statement den Zwischenfall und den Tod eines Fluggastes. Die Verkehrsaufsichtsbehörde NTSB schickte Ermittler nach Philadelphia, um die Unfallursache zu untersuchen. Der NTSB-Vorsitzende Robert Sumwalt sagte bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, dass laut vorläufigen Ergebnissen Materialermüdung zum Vorfall führte. Die beiden Flugschreiber der Maschine seien zur Untersuchung in die Hauptstadt gebracht worden. Aufnahmen des Flugzeugs zeigten das beschädigte Triebwerk und ein kaputtes Fenster.

Anerkennung für die Pilotin

Der Fernsehsender NBC veröffentlichte Tonaufnahmen, bei denen es sich dem Bericht zufolge um die Kommunikation zwischen dem Cockpit und der Bodenkontrolle handelte. "Uns fehlt ein Flugzeugteil, deshalb müssen wir etwas langsamer fliegen", sagte eine Frau, bei der es sich offenbar um die Pilotin Tammy Jo Shults handelt. "Vorsicht über dem Innenstadtbereich", antwortet die Bodenkontrolle.  Darauf die Pilotin: "Können Sie medizinisches Personal auf der Landebahn bereitstellen? Wir haben verletzte Passagiere." Auf die anschließende Frage der Bodenkontrolle, ob das Flugzeug brennt, sagt Shults: "Nein, es brennt nicht, aber ein Teil fehlt. Sie sagen, da ist ein Loch und jemand wurde hinausgeschleudert." 

In sozialen Netzwerken erhielt die Pilotin große Anerkennung: Shults habe einen herausragenden Job getan, die Maschine unter diesen Umständen sicher zu landen. Nach Medieninformationen war sie eine der ersten Kampfpilotinnen der Navy, die in die zivile Luftfahrt wechselten.

Nicht der erste Zwischenfall

Für Southwest ist es nicht der erste Zwischenfall. Im August 2016 versagte das Triebwerk einer Boeing auf dem Weg von New Orleans nach Orlando in Florida. Damals schlug ein Teil des Triebwerks ein Loch in eine Tragfläche. Southwest betreibt insgesamt 718 Flugzeuge vom Typ Boeing 737.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Eine Tote bei Notlandung einer Boeing in Philadelphia
Torsten Teichmann, ARD Washington
17.04.2018 23:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell (Hörfunk) am 18. April 2018 um 10:37 Uhr.

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