Somalia Islamisten töten US-Soldaten

Stand: 05.05.2017 18:52 Uhr

Zum ersten Mal seit 25 Jahren ist ein US-Soldat in Somalia getötet worden. Er starb bei einem Einsatz gegen die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz westlich der Hauptstadt Mogadischu. Auch mehrere Islamisten wurden bei dem Einsatz getötet.

Bei einem Einsatz gegen die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz in Somalia ist ein Mitglied des US-Militärs getötet worden. Wie das US-Afrikakommando mitteilte, kam der Militärangehörige bei der Operation nahe Barii westlich der Hauptstadt Mogadischu ums Leben. Zwei weitere US-Soldaten seien bei dem Einsatz verletzt worden. Die US-Truppen hätten bei der Mission das somalische Militär unterstützt. Es handelt sich laut offiziellen Angaben um das erste Mal seit 1993, dass ein US-Soldat in Somalia im Einsatz getötet worden sei.

Die USA hatten sich 1993 aus Somalia zurückgezogen, nachdem in Mogadischu zwei Hubschrauber abgeschossen und die Leichen von 18 Amerikanern durch die Straßen gezogen worden waren. Die Vorfälle hatten damals große öffentliche Empörung erregt und dienten dem Hollywood-Film "Black Hawk Down" als Grundlage. Erst im Januar 2014 stationierten die USA wieder Soldaten in dem Land am Horn von Afrika. Ihre Aufgabe ist in erster Linie die Ausbildung somalischer Soldaten.

Stichwort: Al-Shabaab-Miliz

Die Al-Shabaab-Miliz ist eine islamistische Gruppe in Somalia. Sie ging aus dem radikalen Flügel der "Union islamischer Gerichte" hervor. Im somalischen Bürgerkrieg kämpfte sie gegen die im Land bis 2009 stationierten Truppen und bekämpfte anschließend die Übergangsregierung in Somalia. Nach deren Auflösung richteten sich ihre Angriffe gegen den somalischen Staat.

Ziel von al Shabaab ist die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika. Die Miliz ist eng mit der Terrorgruppe al Kaida verbunden. In den vergangenen Jahren griff al Shabaab immer wieder das Nachbarland Kenia an, um die Region zu destabilisieren.

Kämpfe mit Extremisten

Aus somalischen Geheimdienstkreisen verlautete, US-Truppen in Hubschraubern hätten einen Unterschlupf von al Shabaab in der Nähe von Mogadischu angegriffen und sich Kämpfe mit Extremisten geliefert. Dabei seien Soldaten in der Nähe eines Dorfs abgesetzt worden. Die Islamistenmiliz erklärte über ihr Sprachrohr Shahada, eine Luftlandeoperation von US-Spezialtruppen sei in der Provinz Lower Shabelle vereitelt worden. Eine Reihe von Soldaten sei getötet und verletzt worden.

Der neue somalische Präsident Mohammed Abdullahi Mohammed rief im April eine Offensive gegen al Shabaab aus. US-Präsident Donald Trump genehmigte in diesem Zusammenhang erweiterte Militäroperationen in Somalia gegen al Shabaab, darunter Luftangriffe. Die Miliz stammt aus Somalia, bekannte sich aber zu Anschlägen auch andernorts in Ostafrika.

Karte Somalia
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Somalia mit seinen knapp 12 Millionen gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Seit dem Sturz von Präsident Mohamed Siad Barre 1991 wurde das Land am Horn von Afrika von Katastrophen schwer getroffen. Bürgerkrieg und Dürrekatastrophen haben den Küstenstaat zerrüttet. Somalia wurde auch dadurch zu einem Hort der Piraterie und einem Rekrutierungsfeld für Terroristen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Mai 2017 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.

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