Hassan Sheik Mohamud | REUTERS

Somalia Ex-Präsident erneut zum Staatschef gewählt

Stand: 16.05.2022 00:33 Uhr

Die Volksvertreter des ostafrikanischen Krisenlandes haben mit deutlicher Mehrheit Ex-Präsident Hassan Sheikh Mohamud zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Damit setzte er sich gegen den Amtsinhaber durch.

Das Krisenland Somalia hat einen neuen Staatschef: Der frühere Präsident Hassan Sheik Mohamud ist erneut zum neuen Staatschef des ostafrikanischen Landes gewählt worden. Der 66-jährige Politiker setzte sich bei der Wahl um das höchste Staatsamt gegen 35 Kandidaten durch, darunter auch der amtierende Präsident Mohamed Abdullahi "Farmajo" Mohamed.

Ohne die erfolgreiche Wahl eines Staatschefs wäre am Dienstag ein Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 400 Millionen Dollar (384 Millionen Euro) automatisch ausgelaufen. Sheikh Mohamud war bereits von 2012 bis 2017 somalischer Präsident.

Fragile Sicherheitslage

Der somalische Staatschef wird nicht vom Volk bestimmt, sondern nach einem komplexen indirekten System: Vertreter der Bundesstaaten und Clans wählen die Parlamentsabgeordneten, die wiederum den Präsidenten bestimmen. Die Abstimmung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einem Hangar im Flughafen der Hauptstadt Mogadischu statt.

In dem immer wieder von Gewalt und Anschlägen der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab erschütterten Land am Horn von Afrika wurde der Präsident in einer indirekten Wahl von den 275 Abgeordneten des Parlaments und 54 Vertretern des Senats gewählt.

Zu Beginn des stundenlangen Wahlvorgangs waren in der Nähe des Flughafens Explosionen zu hören. Opfer wurden keine gemeldet, die Vorfälle führten aber die fragile Sicherheitslage in Somalia vor Augen.

Enorme Herausforderungen

Auf Sheikh Mohamud warten enorme Herausforderungen: Er muss nicht nur den islamistischen Aufstand bekämpfen, sondern auch die Folgen einer verheerenden Dürre. Die Amtszeit seines Vorgängers war offiziell im Februar 2021 zu Ende gegangen. Nach dem Scheitern politischer Gespräche über Modalitäten der Präsidentenwahl und die Mitglieder der Wahlkommission hatte er seine Amtszeit aber trotz heftiger Kritik verlängert.

Das hatte blutige Straßenkämpfe in Mogadischu entfacht und Somalia weiter destabilisiert. Seitdem kam es immer wieder zu Spannungen und Konflikten zwischen zahlreichen Interessengruppen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 16. Mai 2022 um 00:00 Uhr.