Sojus-Absturz | Bildquelle: dpa

Panne bei "Sojus"-Start Bemannte Raumfahrt vorerst gestoppt

Stand: 11.10.2018 18:09 Uhr

Nach dem Fehlstart einer "Sojus"-Rakete setzt Russland die bemannte Raumfahrt aus, um die Ursachen zu erforschen. Auch die Raumstation ISS ist davon betroffen: Offenbar werden auch Versorgungsflüge gestoppt.

Nach dem Fehlstart einer "Sojus"-Rakete will Russland vorerst keine Menschen mehr ins All befördern. Vize-Ministerpräsident Juri Borissow sagte, der Fehler sei beim Abstoß der ersten Raketenstufe aufgetreten. Die bemannte Raumfahrt werde umgehend ausgesetzt, bis die Ermittlungen abgeschlossen und die Ursache des Fehlers geklärt seien.

Astronauten müssen nach fehlgeschlagenem Sojus-Start notlanden
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.10.2018, Birgit Virnich, ARD Moskau

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Strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet

Dmitri Rogosin, Direktor der russische Raumfahrtbehörde Roskosmos, sagte, er habe eine staatliche Kommission mit der Untersuchung beauftragt. Russische Ermittler kündigten eine strafrechtliche Untersuchung des gescheiterten Starts an. "Beamte untersuchen derzeit den Startplatz, Dokumente wurden beschlagnahmt", erklärte der Ermittlungsausschuss. Es solle geklärt werden, ob beim Bau der Rakete Sicherheitsbestimmungen missachtet wurden. 

Start des Raumschiffs Sojus MS-10 auf der Startrampe des russischen Kosmodroms Baikonur (Kasachstan). | Bildquelle: REUTERS
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Die "MS-10" sollte die Astronauten zur ISS bringen.

Auch Versorgungsflüge für die ISS gefährdet

Einem Medienbericht zufolge erwägt Russland auch, die unbemannten "Sojus"-Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS zu stoppen. Die Transporte könnten bis Ende dieses Jahres ausgesetzt werden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Insider. Russland versorgt die ISS mit Lebensmitteln und anderem Material und transportiert als einziges Land Besatzungsmitglieder zur Raumstation und wieder zurück zur Erde.

Keine Gefahr für ISS-Besatzung

Auf der ISS hat seit Anfang des Monats der Deutsche Alexander Gerst das Kommando. Er hält sich seit Anfang Juni in der Raumstation auf und soll dort bis Dezember bleiben. Gerst zeigte sich erleichtert, dass der Fehlstart für die Besatzung vergleichsweise glimpflich ausging. "Schön, dass es unseren Freunden gut geht", schrieb er einige Stunden nach dem Vorfall auf Twitter. "Raumfahrt ist schwer", ergänzte er. Die Mühen seien aber wichtig für das Wohl der Menschheit.

Über eine mögliche Verlängerung von Gersts Aufenthalt wegen des Unfalls sei noch nicht entschieden, sagte Europas Raumfahrtchef Jan Wörner. "Dafür ist es jetzt zu früh, es hängt ganz wesentlich davon ab, wie schnell man die Ursache findet und für die Zukunft ausschließen kann." Gersts Mission läuft bis Dezember. Falls er länger im All bleiben müsse, wäre dafür alles vorhanden, sagte Wörner, der Europas Raumfahrtbehörde Esa leitet.

Russische Raumfahrtexperten zeigten sich nach dem Vorfall zuversichtlich, dass der nächste Start zur ISS im Dezember stattfinden könne. Eine Rückkehr der jetzigen Crew zur Erde kann nicht ewig hinausgezögert werden, weil Sojus-Kapseln aus Sicherheitsgründen, vor allem wegen des Treibstoffs, nur rund sechs Monate an der ISS angedockt bleiben sollen.

Notlandung in der kasachischen Steppe

US-Astronaut Hague (links) und Kosmonaut Owtschinin nach der Notlandung | Bildquelle: REUTERS
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US-Astronaut Hague (links) und Kosmonaut Owtschinin waren nach der Notlandung wohlauf.

Die Kapsel war mit zwei Astronauten an Bord vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan zur ISS gestartet. Kurz darauf kam es zu einem Fehler beim Abtrennen der ersten von der zweiten Raketenstufe, worauf die Kapsel abgestoßen wurde und in der kasachischen Steppe landete. Die Besatzung, ein Russe und ein US-Bürger, sei wohlauf, teilten Roskosmos und die US-Raumfahrtbehörde NASA mit.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Oktober 2018 um 18:00 Uhr.

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