Neue Enthüllungen durch Edward Snowden "NSA arbeitet an Cyberwar-Programm"

Stand: 14.08.2014 04:49 Uhr

Der US-Militärgeheimdienst NSA arbeitet nach Angaben des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden an einem Cyberkriegs-Programm, das ohne menschliches Zutun auf Angriffe reagieren kann. In einem Gespräch mit dem US-Magazin "Wired" sagte Snowden, das Programm namens "MonsterMind" (Monstergehirn) könne eines Tages derart weiterentwickelt werden, dass es automatisch zurückschießt.

Snowden | Bildquelle: REUTERS
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Edward Snowden in Moskau. Dort führte er mehrere Gespräche mit dem Reporter der "Wired".

Damit wäre das Risiko entstanden, dass Software versehentlich einen Krieg hätte auslösen könne, hieß es weiter. Snowden sagte in dem Interview in seinem Moskauer Exil, Cyber-Angriffe würden oft über andere Länder umgeleitet, um den wahren Urheber zu verschleiern. "Es könnte zum Beispiel jemand in China sitzen und es so aussehen lassen, als ob diese Attacken von Russland aus erfolgen. Und das führt dann dazu, dass wir auf ein russisches Krankenhaus schießen", sagte Snowden.

"Gefahr für die Privatsphäre"

Er bezeichnete das Programm als große Gefahr für die Privatsphäre von US-Bürgern. Denn für seine Umsetzung müsse die NSA erst einmal "heimlich Zugang zu aller privaten Kommunikation haben, die vom Ausland zu Menschen in den USA kommt", zitiert der "Wired"-Autor und NSA-Experte James Bradford Snowden.

Außerdem sagte er dem Magazin, dass die NSA 2012 versucht habe, einen großen Internetrouter Syriens zu hacken. Bei der Aktion mitten im syrischen Bürgerkrieg sei der Router versehentlich unbrauchbar gemacht worden, was zu einem zeitweisen Internet-Ausfall in der Region geführt habe.

Snowden lebt seit seinen ersten Enthüllungen über weltweite Spähprogramme der NSA vor einem Jahr im Asyl in Russland. In den USA drohen ihm wegen der Veröffentlichung von Dokumenten über Geheimdienstaktivitäten 30 Jahre Haft.

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