Jussie Smollett | Bildquelle: AFP

Mutmaßlich fingierter Angriff US-Schauspieler Smollett angeklagt

Stand: 09.03.2019 11:11 Uhr

Er sei angegriffen und rassistisch beleidigt worden, hatte der US-Schauspieler Smollett berichtet - der Fall sorgte für viel Aufregung in den USA. Nun wurde Smollett angeklagt. Er soll den Angriff vorgetäuscht haben.

Wegen der mutmaßlichen Vortäuschung eines rassistischen Angriffs ist der US-Schauspieler Jussie Smollett angeklagt worden. Eine Grand Jury in Chicago erhob am Freitag Anklage in 16 Punkten, wie aus von örtlichen Medien veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Der homosexuelle Schwarze hatte Ende Januar berichtet, er sei nachts in Chicago auf offener Straße von zwei Maskierten angegriffen worden. Sie hätten ihm eine Schlinge um den Hals gelegt, ihn traktiert und mit homophoben und rassistischen Sprüchen beleidigt.

Berufliche Vorteile erhofft?

Nach Überzeugung der Polizei war die Attacke aber gestellt: Smollett soll sich selbst einen Drohbrief geschickt und anschließend zwei Bekannte mit dem vorgetäuschten Angriff beauftragt haben. Der Darstellung nach soll sich von seiner Opferrolle berufliche Vorteile erhofft haben; er sei mit seiner Bezahlung unzufrieden gewesen.

Smollett weist die Vorwürfe zurück. "Jussie beharrt auf seiner Unschuld, auch wenn die Strafverfolgungsbehörden ihm die Unschuldsvermutung geraubt haben", erklärte sein Anwalt Mark Geragos.

Haftstrafe droht

In den USA hatte der Fall für viel Aufregung gesorgt. Nach Smolletts Bericht über die Attacke etwa solidarisierten sich demokratische Politiker allzu schnell mit dem Schauspieler und sprachen von "modernem Lynchen".

Smollett ist aus der im US-Sender Fox laufenden Serie "Empire" bekannt - wegen des laufenden Verfahrens wurde er aber aus den letzten beiden Folgen der derzeitigen Staffel gestrichen. Ein Fox-Sprecher wollte sich am Freitag nicht zur Anklageerhebung äußern. In Deutschland läuft die Serie auf ProSieben.

Der Schauspieler war im Februar vorübergehend festgenommen worden, kam aber auf Kaution frei. Am 14. März soll er wieder vor Gericht erscheinen. Dem 36-Jährigen droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Februar 2019 um 14:08 Uhr.

Darstellung: