Demonstration in Bratislava | Bildquelle: AFP

Proteste in der Slowakei Für Aufklärung - gegen Korruption

Stand: 09.03.2018 20:13 Uhr

Es ist ein neuer Höhepunkt des Protests: In der Slowakei sind Zehntausende auf die Straße gegangen - für Aufklärung nach dem Journalistenmord und gegen Korruption in der Regierung.

Nach der Ermordung des Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten sind in der Slowakei Zehntausende auf die Straße gegangen. Bei Demonstrationen in der Hauptstadt Bratislava und weiteren Orten warfen sie der Regierung Korruption vor und forderten eine gründliche Untersuchung im Fall Kuciak.

Die Demonstranten trugen Transparente mit Aufschriften wie "Die Slowakei soll kein Mafiastaat werden", einige Teilnehmer skandierten gegen den sozialdemokratischen Regierungschef Robert Fico: "Wir haben genug von Fico!", "Zurücktreten" und "Schande!"

Zehntausende demonstrieren nach Mord an Journalisten in der Slowakei
nachtmagazin 01:05 Uhr, 10.03.2018

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"Größter Protest seit 1989"

Zu den Demonstrationen aufgerufen hatten parteilose Aktivisten. Politiker waren als Redner bei den Protesten nicht erwünscht. Die Organisatoren in Bratislava sprachen von der größten Demonstration in der Slowakei seit der "Samtenen Revolution" von 1989.

Kuciak und seine Verlobte waren am 25. Februar tot in ihrem Haus gefunden worden. Der Investigativjournalist hatte unter anderem über Aktivitäten der italienischen Mafia in der Slowakei und ihre Verbindungen zu Vertrauten von Ministerpräsident Fico berichtet.

Kritiker der Regierung werfen Fico vor, er stehe auch mit anderen Korruptionsskandalen in Verbindung. "Die Slowakei ist erschüttert, wie sie es seit langem nicht gewesen ist", sagte die Organisatorin Karolina Farska. Sie forderte "eine neue vertrauenswürdige Regierung".

Demonstration in Bratislava | Bildquelle: AP
galerie

Ministerpräsident Fico werfen die Demonstranten Mafia-Verbindungen vor.

"Zutiefst gespaltenes Land"

Eine Delegation des EU-Parlaments, die am Donnerstag und Freitag die Slowakei besuchte, zeigte sich tief betroffen von der Lage. "Wir haben ein zutiefst gespaltenes Land vorgefunden, das nahezu traumatisiert ist", sagte die Co-Leiterin der Delegation, Ingeborg Gräßle.

Sie habe vor allem einen großen Vertrauensverlust von Journalisten und Öffentlichkeit gegenüber den Staatsorganen festgestellt, erklärte die CDU-Politikerin. Der EU-Kommission wolle sie empfehlen, Agrarförderprogramme nochmals zu überprüfen. In Kuciaks Recherchen ging es auch um den Missbrauch von EU-Förderungen.

Ziel des Besuchs der EU-Delegation war es, mehr über die Hintergründe der Ermordung des Enthüllungsjournalisten Kuciak zu erfahren. Die Arbeit sei aber noch nicht abgeschlossen, sagte Gräßle. Sie verlasse sich trotz mancher Bedenken darauf, dass die slowakische Polizei und Justiz alles daransetzten, die Bluttat aufzuklären.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. März 2018 um 18:00 Uhr.

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