Russlands Außenminister Sergej Lawrow  | Bildquelle: SERGEI CHIRIKOV/EPA-EFE/REX/Shut

Nach Anschlag auf Skripal Russland weist britische Diplomaten aus

Stand: 17.03.2018 12:52 Uhr

Das russische Außenministerium weist im Streit um den Giftanschlag auf den Ex-Spion Skripal 23 britische Diplomaten aus dem Land. Damit reagiert es wie angekündigt auf die britischen Sanktionen nach dem Attentat.

Im Streit mit Großbritannien über den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal im englischen Salisbury verweist Russland 23 britische Diplomaten des Landes. Die Betroffenen hätten eine Woche Zeit das Land zu verlassen, teilte das Außenministerium mit.

Russland ziehe zudem seine Zustimmung für die Eröffnung und den Betrieb des Generalkonsulats in St. Petersburg zurück. Außerdem müsse das Kulturinstitut British Council seine Tätigkeit in Russland einstellen. Der Status des Instituts war dem Ministerium zufolge nicht eindeutig geklärt.

Großbritannien sei vor weiteren Maßnahmen gewarnt worden, sollte London zusätzliche Sanktionen gegen Russland verhängen, so das Ministerium. Russland hatte den Schritt bereits am Freitag angekündigt. 

Das britische Außenministerium bestätigte die Ausweisung seiner Diplomaten und kündigte an, in der kommenden Woche im nationalen Sicherheitsrat über weitere Schritte in dem Streit zu beraten. Zunächst wolle man aber erst einmal den betroffenen Mitarbeitern in Russland bei der Rückkehr nach Großbritannien helfen.

Ermittlungen im Fall Skripal | Bildquelle: AP
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Am 4. März wurden der russische Ex-Spion Skripal und seine Tochter in Salisbury vergiftet.

Die russischen Maßnahmen seien vom Ministerium erwartet worden, teilte es mit. Sie änderten aber nichts an der Tatsache, dass Russland für den Giftanschlag auf Skripal und dessen Tochter verantwortlich sei und sich dafür verantworten müsse. "Wir haben aber keine Streitigkeiten mit dem russischen Volk", betonte ein Sprecher des Ministeriums. "Und wir glauben weiter daran, dass es nicht im nationalen Interesse ist, alle Gespräche zwischen beiden Ländern abzubrechen."

Reaktion auf britische Ausweisung

Nach dem Attentat hatte Moskau ein britisches Ultimatum zur Aufklärung des Attentats verstreichen lassen. Die Regierung in London verwies daraufhin 23 der Spionage beschuldigte russische Diplomaten des Landes. Russland hat jegliche Verwicklung in die Affäre zurückgewiesen.

Deutschland, Frankreich und die USA stellten sich hinter Großbritannien. Italien und Australien sicherten London ebenfalls Rückendeckung zu. Auch die NATO hat nach eigenen Angaben keine Zweifel daran, dass Russland für den Anschlag verantwortlich ist.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. März 2018 um 10:00 Uhr.

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