Spezialeinheiten untersuchen den Tatort in Salisbury | Bildquelle: dpa

Giftanschlag auf Skripal Russland wirft OPCW Manipulation vor

Stand: 15.04.2018 05:01 Uhr

Russlands Außenminister Lawrow zweifelt die Untersuchungsergebnisse im Fall Skripal an. Das verwendete Gift stamme nicht aus Russland, sondern aus den Arsenalen westlicher Armeen.

Im Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal führt nach russischen Angaben eine Spur in den Westen. Moskau habe ein Dokument eines Schweizer Labors erhalten, das die Proben des Nervengifts in dem Fall untersuchte, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau.

Das Labor im schweizerischen Spiez habe in den Blutproben Spuren des chemischen Kampfstoffes BZ gefunden, so Lawrow. Dessen nicht-tödliche Wirkung setze innerhalb von 60 Minuten ein und halte bis zu vier Tage an. Weder in Russland noch in der Sowjetunion seien Giftstoffe entwickelt worden, die der Formel entsprechen. "Diese Substanz findet sich im Arsenal der US-Armee, Großbritanniens und anderer NATO-Länder", behauptete Lawrow.

Die Erkenntnisse des Schweizer Labors seien in dem Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) jedoch verschwiegen und somit manipuliert worden, sagte Lawrow. Moskau werde die OPCW mit den Schweizer Ergebnissen konfrontieren.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow | Bildquelle: SERGEI CHIRIKOV/EPA-EFE/REX/Shut
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Lawrow hält die Untersuchungsergebnisse für manipuliert.

OPCW bestätigte Londoner Angaben

Die britische Regierung geht hingegen davon aus, dass der in der früheren Sowjetunion entwickelte Stoff Nowitschok verwendet wurde, um den russischen Ex-Spion zu vergiften. Sie macht Moskau für den Anschlag am 4. März in Salisbury verantwortlich.

Die OPCW bestätigte die Londoner Angaben, äußerte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag auf Skripal und seine Tochter Julia verantwortlich ist.

Die russische Regierung weist eine Verwicklung in den Anschlag zurück und hatte bereits am Donnerstag betont, die Schlussfolgerungen der OPCW nicht anzuerkennen, solange nicht auch russischen Experten Zugang zu den in dem Bericht erwähnten Proben gewährt werde.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. April 2018 um 05:05 Uhr.

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