Polizisten vor einer Absperrung in Salisbury | Bildquelle: AFP

Nach Anschlag auf Skripal London weist russische Diplomaten aus

Stand: 14.03.2018 17:11 Uhr

Die britische Regierung ist sicher, dass Russland das Attentat auf den Ex-Spion Skripal anordnete. Sie weist deshalb 23 russische Diplomaten aus und legt die bilateralen Kontakte auf Eis.

Die britische Regierung hat angekündigt, 23 russische Diplomaten auszuweisen, bei denen es sich nach Einschätzung der Geheimdienste um Agenten handelt. Das sagte Premierministerin Theresa May im Parlament. Die Diplomaten hätten eine Woche Zeit, um das Land zu verlassen. Grund ist der Anschlag mit Nervengift auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury.

Außerdem stoppt London bilaterale Kontakte "auf hoher Ebene" mit Russland. Eine Einladung des russischen Außenministers Sergej Lawrow wurde zurückgezogen. Regierungsvertreter und Mitglieder des Königshauses werden auch nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer nach Russland reisen.

Britische Strafmaßnahmen gegen Russland
tagesthemen 22:30 Uhr, 14.03.2018, Julie Kurz, ARD London

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Putins Umfeld im Visier

Sie sei zu dem Schluss gekommen, dass Russland für das Attentat auf Skripal und seine 33-jährige Tochter verantwortlich sei, erklärte May. Dies sei ein ungesetzlicher Akt der Gewalt auf britischem Boden gewesen. Sie kündigte außerdem an, Großbritannien werde "russische Staatsvermögen einfrieren, wo immer wir die Beweise haben, dass sie dazu genutzt werden könnten, das Leben oder den Besitz von britischen Staatsbürgern oder Bewohnern zu gefährden". Auch die Vergabe von Visa soll kritisch beleuchtet werden.

Es sei aber nicht im britischen Interesse, den Dialog mit Russland vollständig abzubrechen, sagte May. Mit ihren Strafmaßnahmen zielt sie auch auf das Umfeld von Präsident Wladimir Putin - denn etliche reiche Russen mit Verbindungen zum Kreml haben sich in London niedergelassen.

Udo Lielischkies, ARD Moskau, über Maßnahmen gegen Russland nach Giftanschlag
tagesthemen 22:30 Uhr, 14.03.2018

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Russland kündigt Reaktion an

Der russische Botschafter in London, Alexander Jakowenko, verurteilte die Sanktionen als "völlig inakzeptabel, ungerechtfertigt und kurzsichtig". "Die gesamte Verantwortung für den Niedergang der russisch-britischen Beziehungen liegt bei der derzeitigen politischen Führung Großbritanniens", teilte die Botschaft mit.

Das russische Außenministerium kündigte an, die britischen Sanktionen würden mit einem Gegenschlag beantwortet. Man werde in Kürze dazu ausholen. Mays Erklärungen seien eine "beispiellos grobe Provokation". Sie habe sich damit für eine weitere Eskalation entschieden.

Fall für den Weltsicherheitsrat

Am Abend beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Anschlag auf Skripal. Dies teilten die Niederlande als derzeitiger Ratsvorsitzender mit.

Die britische Regierung hatte die Krisensitzung beantragt. Sie will nach Angaben der britischen Vertretung bei den Vereinten Nationen die öffentliche Sitzung im einflussreichsten UN-Gremium nutzen, um die Ratsmitglieder über den Giftanschlag zu informieren.

Die britische Regierung vermutet aufgrund des verwendeten Nervengifts Russland hinter dem Anschlag. Ein Ultimatum, das sie an die russische Regierung gestellt hatte, ließ Moskau allerdings verstreichen.

Nervengift Nowitschok

Die Sowjetunion hat unter der Bezeichnung Nowitschok (zu deutsch Neuling) zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren eine Serie neuartiger Nervenkampfstoffe entwickelt. Die rund 100 Varianten gehören zu den tödlichsten Nervenkampfstoffen, die jemals hergestellt wurden. Sie können über die Haut und die Atmung in den Körper gelangen.

Das Gift ist nur schwer nachzuweisen, die Überlebenschancen sind gering. Selbst übliche Gegenmittel wie Atropin können meist nur wenig ausrichten. Die englische Schreibweise der Kampfstoffe lautet Novichok.

NATO steht Großbritannien bei

Auch die NATO forderte Russland auf, alle Fragen Großbritanniens zu beantworten. Das Militärbündnis zeigte sich "sehr besorgt" über den ersten Einsatz des Nervengifts in einem NATO-Mitgliedsstaat. Der Angriff sei "ein klarer Bruch internationaler Regeln und Vereinbarungen". Die NATO bot Großbritannien "ihre Unterstützung bei der Durchführung der laufenden Untersuchung" an.

Lawrow zieht Stalin-Vergleich

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies erneut Vorwürfe einer Verwicklung zurück. Russland habe kein Motiv, um Skripal zu vergiften. Doch "diejenigen, die ihre russlandfeindliche Kampagne in allen Sphären des Lebens antreiben wollen, könnten es haben", sagte Lawrow. Er verglich die britische Regierung mit einem Ankläger, der für die Säuberungskampagne des sowjetischen Diktators Josef Stalin zuständig gewesen sei und der gesagt habe, ein Geständnis sei ausreichend für eine Verurteilung. Lawrow sagte, Großbritannien sei einen Schritt zu weit gegangen.

Der 66-jährige frühere russische Doppelagent Skripal und seine 33-jährige Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Parkbank aufgefunden worden. Sie wurden mit lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Skripal hatte als Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU für die Briten spioniert. Er wurde in Russland verurteilt und 2010 bei einem Agenten-Austausch nach Großbritannien entlassen.

Großbritannien verhängt erste Sanktionen gegen Russland
Stephanie Pieper, ARD London
14.03.2018 16:02 Uhr

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Mit Informationen von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichtete am 14. März 2018 NDR Info um 13:00 Uhr und die tagesschau um 14:00 Uhr.

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