Diese von der italienischen Marine veröffentlichte Aufnahme zeigt eines der überladenen Flüchtlingsboote.

Einsatz auf dem Mittelmeer 4000 Flüchtlinge in 36 Stunden gerettet

Stand: 08.06.2014 13:46 Uhr

Rund 4000 Migranten in 36 Stunden haben italienische und maltesische Behörden auf dem Mittelmeer gerettet. In den Aufnahmelagern wird an vielen Orten der Platz knapp. Der maltesische Ministerpräsident Muscat warf Europa vor, "abwesend" zu sein.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Hörfunkstudio Rom

In den Aufnahmelagern in mehreren Orten auf Sizilien ist die Lage angespannt. Der Bürgermeister von Porto Empedocle sprach von "unmenschlichen Verhältnissen". Der Bürgermeister von Pozzallo sagte, es bestehe die Gefahr, dass die Lage unkontrollierbar werde. Angesichts immer neuer Massenankünfte reicht die Zahl der Plätze in den Lagern bei weitem nicht aus.

Diese von der italienischen Marine veröffentlichte Aufnahme zeigt eines der überladenen Flüchtlingsboote.

Diese von der italienischen Marine veröffentlichte Aufnahme zeigt eines der überladenen Flüchtlingsboote.

Jan-Christoph Kitzler

Seit "Mare Nostrum" Zehntausende gerettet

Die oft völlig überfüllten Flüchtlingsboote, auch mit schwangeren Frauen und Kindern an Bord, werden meist auf hoher See aufgebracht. Die Flüchtlinge werden von Schiffen der Marine und Küstenwache aufgenommen. Seit dem Beginn der Operation "Mare Nostrum" nach der Katastrophe von Lampedusa im vergangenen Oktober mit mehr als 360 Toten konnten so Zehntausende Menschen gerettet werden.

In Pozzallo wurden aber heute, zusammen mit Hunderten Migranten, von einem Handelsschiff auch drei Leichen an Land gebracht. Immer wieder überleben Menschen die gefährliche Überfahrt nicht.

Malta: Europa ist "völlig abwesend"

In diesem Jahr sind bereits über 50.000 Migranten über das Mittelmeer nach Italien gekommen - das ist weitaus mehr als im gesamten Jahr 2013. Sie machen sich von der Küste Nordafrikas auf den Weg, darunter viele Flüchtlinge aus Syrien und Menschen aus Staaten südlich der Sahara.

Auch die maltesischen Behörden retteten rund 130 Flüchtlinge. Die Migranten, darunter elf Frauen, seien von einem sinkenden Schlauchboot geborgen worden, teilten die Streitkräfte des südeuropäischen Inselstaates mit. Der maltesische Ministerpräsident Joseph Muscat warf Europa auf Twitter vor, "völlig abwesend" zu sein und lobte die eigenen Streitkräfte sowie die italienische und die US-Marine für ihre Arbeit bei den Rettungseinsätzen.

Dieser Beitrag lief am 08. Juni 2014 um 17:05 Uhr auf RBB Info.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
freiheitsredner 08.06.2014 • 22:14 Uhr

EUROSUR

Da die Redaktion ohne jede Begründung gerne zensiert, erspare ich mir weitere Kommentare und verweise hier nur auf den morgenmagazin Beitrag über EUROSUR: Youtube.com ... ... watch?v=UPfBa9y_nSI