Amerikanische Panzer beim Manöver in Südkorea | Bildquelle: AFP

SIPRI-Bericht USA bleiben größter Waffenexporteur der Welt

Stand: 11.03.2019 00:34 Uhr

Die Zahl der weltweiten Waffenexporte ist dem Friedensforschungsinstitut SIPRI zufolge in den vergangenen Jahren weiter angestiegen. Größter Verkäufer von Rüstungsgütern bleiben die Vereinigten Staaten.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

SIPRI-Experte Pieter Wezeman gibt keine Entwarnung, im Gegenteil: "Internationale Waffenexporte und Waffenkäufe nehmen weiter zu - wie nun schon seit 2003, als wir einen Tiefstand hatten. Wir wollen auch hervorheben, dass die USA der mit Abstand weltweit größte Waffenexporteur sind und diese Führung in den zurückliegenden Jahren noch ausgebaut haben."

SIPRI-Bericht: Waffenexporte weltweit gestiegen
tagesschau 12:00 Uhr, 11.03.2019, Christian Stichler, ARD Stockholm

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Anteil der USA bei 36 Prozent

Die USA stehen im Fokus des aktuellen SIPRI-Berichts. Danach haben sie ihre Waffenexporte zwischen 2014 und 2018 im Vergleich zum vorigen Fünfjahreszeitraum um 29 Prozent gesteigert. Der allgemeine Zuwachs im internationalen Waffenhandel lag bei 7,8 Prozent. An diesem Handel haben die USA nun einen Anteil von 36 Prozent. Und mehr als die Hälfte aller amerikanischen Exporte, darunter Kampfflugzeuge, Kurzstreckenraketen oder hoch entwickelte Bomben mit integrierter Zielfindung, gingen in den Nahen Osten, dessen Länder, vor allem Saudi-Arabien, ihre Importe im Schnitt um 87 Prozent erhöht haben.

Russland hat Kunden verloren

Gegen den Trend lief die Entwicklung in Russland, der weltweit immer noch zweitgrößte Waffenlieferant, aber mit einem Minus von 17 Prozent: "Bei Russland sehen wir, dass einige seiner besten Kunden deutlich weniger Waffen gekauft haben. Zum Beispiel Venezuela. Das Land hatte vor zehn Jahren plötzlich viel mehr russische Waffen importiert. Aber wegen der Wirtschaftskrise sind die Einfuhren praktisch auf nahe null zurückgegangen", sagt Wezeman.

Frankreich auf Platz drei

Auf Platz drei der größten Waffenexporteure liegt Frankreich. Dahinter, noch vor China, folgt Deutschland mit einem Zuwachs von 13 Prozent: "In Deutschland hat es einen gewissen Anstieg der Exporte gegeben, unter anderem in den Nahen Osten und nach Nordafrika", so Wezeman. "Hier muss man Algerien nennen, das in den vergangenen fünf Jahren deutsche Waffen bekommen hat, davor aber nicht. Ägypten ist ein anderer wichtiger Abnehmer wie auch seit Langem schon Israel."

Weniger Genehmigungen in Deutschland

Dabei erwähnt SIPRI durchaus, dass Berlin Ende vergangenen Jahres Waffenexporte nach Saudi-Arabien gestoppt hat. Eine in Europa nicht durchgängige Reaktion auf den Mord am saudischen Journalisten Jamal Kashoggi, so Wezeman. Generell habe Deutschland im letzten Berichtsjahr, also 2018, ein knappes Viertel weniger Rüstungsexporte genehmigt als 2017.

Noch sei das aber keine Trendwende und am eigentlichen Problem ändere es auch nichts: "Wenn man Waffen kauft, bedeutet das zwar nicht, dass man sie auch einsetzt. Sogar Saudi-Arabien hat das früher einmal gezeigt. Doch der bloße Besitz von Waffen macht es für einen Staat möglich, leichter und attraktiver, militärische Gewalt anzuwenden."

SIPRI zu internationalem Waffenhandel
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
11.03.2019 07:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. März 2019 um 02:05 Uhr.

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